Hörgeräte Kosten

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Was muss ich für ein gutes Hörgerät bezahlen?

Der Markt für Hörgeräte ist nicht leicht zu überschauen. Selbst bei baugleichen Ausführungen werden sehr unterschiedliche Modelle angeboten. Parallel dazu reicht die Preisspanne von etwa 500 bis 4.000 €. Als Hilfestellung für den Preisvergleich unterscheiden die Hörgeräteakustiker mehrere Klassen. Natürlich können Sie in den einzelnen Preisklassen unterschiedliche Leistungen erwarten. Wir zeigen Ihnen, welche es sind und wie Sie gegebenenfalls Kosten sparen können.

Treppenlift Kosten © Gina Sanders, fotolia.com
Hörgerät Kosten und Preise © Gina Sanders, fotolia.com

Für jedes Budget: 5 Klassen von Hörgeräten

In Deutschland werden rund 2.000 Hörgeräte angeboten – in einer sehr großen Preisspanne. Nicht immer ist das teuerste Gerät auch das am besten geeignete. Je nach Hörschwäche und Anspruch können die Wünsche sehr unterschiedlich sein. Die Klassifizierungen der Hersteller reichen von 3 bis 5, die Bezeichnungen sind leider alles andere als einheitlich. Wir haben die Unterschiede in fünf Leistungsklassen gruppiert und zeigen auf, was Sie jeweils erwarten können:

Basisklasse – bis ca. 800 €: Mit einem sogenannten Kassengerät können Sie Einzelgesprächen in relativ ruhiger Umgebung problemlos folgen. Es ist gesetzlich geregelt, dass diese zuzahlungsfreien Hörhilfen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen müssen. Dazu gehört selbstverständlich die Digitaltechnik, um das Hörgerät individuell einzustellen. Anders als bei freiverkäuflichen Hörhilfen und simplen Hörverstärkern (s.u.) ist die Signalverarbeitung intelligent, d.h. das Gerät kann zwischen Sprache und Umgebungsgeräuschen unterscheiden. Die Mindestwerte sind: 4 Kanäle, 3 Hörprogramme, eine Rückkoppelungs- und Störschallunterdrückung, eine Mikrofon-Rauschunterdrückung sowie eine Verstärkungsleistung von bis zu 75 Dezibel. Hörgeräteakustiker sind verpflichtet, Kassengeräte mit diesem technischen Standard zu führen. In der Wahl der Modelle sind sie frei.

Einstiegsklasse – ca. 800 bis 1.200 €: Mit einem Einstiegs-Hörgerät zum Preis von etwa 1.000 € verstehen Sie die Menschen auch in lauter Umgebung. Durch die höhere Bandbreite ist der Klang deutlich besser. Diese Werte gehen über die der Basisklasse hinaus: 6-8 Kanäle, 4 Hörprogramme, automatisches Richtmikrofon, höhere Bandbreite bei der Verstärkungsleistung.

Hörgeräte: Basisklasse und Einsteigerklasse
Hörgeräte: Basisklasse und Einsteigerklasse

Mittelklasse – ca. 1.200 bis 2.000 €: Ein Mittelklasse-Hörgerät passt die Lautstärke vollautomatisch an die Umgebung an. Es unterdrückt Windgeräusche und macht das Hören sehr hoher und tiefer Klänge möglich. Das bietet die Mittelklasse mehr: 8-12 Kanäle, 4-5 Hörprogramme, verbessertes Richtungshören durch mehrkanaliges Richtmikrofon, kabellose Verbindung mit externen Audioquellen wie Fernseher, Musikanlage und Telefon, Ohr-zu-Ohr-Synchronisation sowie Steuerung über Fernbedienung.

Hörgeräte: Mittelklasse und Oberklasse
Hörgeräte: Mittelklasse und Oberklasse

Oberklasse – ca. 2.000 bis 2.500 €: Ein Hörgerät der Oberklasse bringt ein verbessertes Raumklanggefühl – und ist damit auch für Konzerte und Theateraufführungen geeignet. Es bietet alle Leistungen der Mittelklasse in höherer Qualität. In Zahlen: 16 Kanäle, 5-6 Hörprogramme. Die Automatik ist selbstlernend, d.h. Das System lernt mit der Zeit, störende Nebengeräusche und Hintergrundlärm immer besser zu unterdrücken.

Premiumklasse – ab ca. 2.500 €: Die Spitzengeräte der Premiumklasse verfügen über 360-Grad-Richtmikrofone. Damit nehmen Sie alles rundum wahr. Ohne den Kopf zu drehen, folgen Sie praktisch dem Gesprächspartner, während er sich bewegt. Sage und schreibe 20 Frequenzkanäle und bis zu 7 Hörprogramme sogen für einen absolut natürlichen Klang. In dieser Klasse genießen Sie zudem den bestmöglichen Tragekomfort.

Hörgerät: Premiumklasse
Hörgerät: Premiumklasse
Hinweis: Bei den angegebenen Preisen ist der Zuschuss der Krankenkassen (ca. 800 €) noch nicht berücksichtigt. Inkludiert ist in der Regel das Einstellen des Hörgeräts durch den Akustiker.
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Preise für Hörgeräte sorgfältig vergleichen

In jeder Leistungsklasse lassen sich gute Hörgeräte finden. Vor dem Kauf steht jedoch auch immer ein Preisvergleich. Lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag geben mit der genauen Auflistung der Inklusivleistungen. Vergleichen Sie die Preise bei mehreren Akustikern und gegebenenfalls im Internet. Manche Hörgeräte-Spezialisten stellen ihre Preislisten online und sorgen damit für Transparenz. Sollten Sie Ihr Wunschmodell im Internet sehr viel günstiger entdecken, kann Ihnen dies bei der Argumentation gegenüber Ihrem Akustiker behilflich sein.

Hinweis: Hörgeräte sind Medizinprodukte. Der Gesetzgeber hat bestimmt, dass sie nicht im Versandhandel, also weder in Katalogen noch in Onlineshops, angeboten werden dürfen. Geräte, die Sie im Internet kaufen können, sind keine von den Krankenkassen anerkannten Hörgeräte.

Auch die Betriebs- und Folgekosten eines Hörgeräts berücksichtigen

Eine hochwertige Hörhilfe kann in der Regel 5 bis 7 Jahre lang genutzt werden. In dieser Zeit entstehen Folgekosten für die Wartung und den Betrieb. Die meisten Leistungen des Hörakustikers sind bereits durch den Kauf des Geräts im Rahmen der kassenärztlichen Verordnung abgegolten. Dazu gehören die regelmäßige Nachjustierung und fachmännische Reinigung. Das Auswechseln der Verschleißteile wie Schallschlauch, Cerumenfilter und Batterien übernimmt meist der Fachmann, die neuen Teile müssen Sie jedoch selbst bezahlen. Den angebotenen Service des Akustikers zu nutzen, ist in jedem Fall sinnvoll. Wird bei einem erneuten Hörtest eine Veränderungen des Gehörs festgestellt, kann er das Hörgerät direkt vor Ort nachjustieren.

Batterien für Hörgeraete © alexxl0126, stock.adobe.com
Der Markt für Hörgerätebatterien ist groß © alexxl0126, stock.adobe.com

Auch die Anschaffung von Zubehörartikeln sollte in Betracht gezogen werden. Manche sind einfach unerlässlich, andere erleichtern das Leben, weil sie den Komfort erhöhen. Für die Reinigung und Pflege wird eine Vielzahl an Tüchern, Tabletten, Pflegegels, Sprays und Bürsten angeboten. Für die ebenfalls wichtige Trocknung der Winzlinge gibt es Trockenkapseln, die wie ein Schwamm arbeiten, und Trockenboxen. Bei Letzteren durchströmt warme Luft das Hörsystem und schützt damit die sensible Elektronik vor Schäden durch Kondensfeuchte und Schweiß. Ist die Trockenstation zusätzlich mit UV-Licht ausgerüstet, wird das Hörgerät zugleich wirkungsvoll desinfiziert.

Damit das Telefonieren mit einem analogen Hörgerät nicht zu Tortur wird, unterdrücken neben dem Telefon platzierte Adapter das Rauschen und Brummen. Sie benötigen jedoch eine weitere Steckdose und sind nicht ganz einfach zu bedienen. Deutlich bequemer sind hörgerätekompatible Telefone und Handys, erkennbar an der Abkürzung HAC (Hearing Aid Compatibility). Dank einer Induktionsspule im Hörer gibt es keine Störgeräusche. Bei digitalen Hörgeräten ist diese Technik nicht nötig.

Senior mit Smartphone und Hörgerät © Erica Smit, stock.adobe.com
Hörgerätekompatible Telefone und Handys erkennen Sie an der Abkürzung HAC © Erica Smit, stock.adobe.com

Eine weitere technische Errungenschaft sind TV-Hörsysteme. Ist Ihr Hörgerät der Basis-Klasse nicht so fein justierbar, erreichen Sie in hohen und tiefen Tonbereichen eine deutlich bessere Klangqualität und verstehen Sprecher und Schauspieler viel besser. Ein weiterer Vorteil: Die Hörsysteme funktionieren wie Kopfhörer für Hörgeschädigte. Sie können Ihre Lieblingssendung genießen, ohne andere zu stören. Der Empfang ist in der Regel kabellos. Ideal auch, wenn Sie gerne Jazz oder klassische Musik hören.

Tipp: Online-Käufe sind meistens günstiger. Im Internet finden Sie ein großes Angebot an Hörgerätezubehör. Gerade bei den schnell verbrauchten Batterien macht sich die Ersparnis bemerkbar.

Das Zubehör im Zusammenhang mit dem Reinigen und Desinfizieren des Hörgerätes wird im gesonderten Artikel Hörgeräte – Reinigung und Aufbewahrung erläutert.

Finger weg von OTC-Hörgeräten!

Zugegeben, es klingt verlockend: Besser hören für wenig Geld – und das ohne lästigen Weg zum Akustiker. Die Anbieter im Internet locken mit Annehmlichkeiten wie „sofort einsatzbereit“, „einfach zu bedienen“ oder „muss nicht aufwendig angepasst werden“. Was dort verkauft wird, sind jedoch keine Hörgeräte im engeren Sinne. Bei den freiverkäuflichen Geräten handelt es sich um rezeptfreie Hörhilfen, die auch unter den Bezeichnungen Gehörverstärker oder Hörverstärker rangieren. Sie verstärken lediglich die auf das Ohr treffenden Töne und lassen sich weder anpassen noch einstellen. Bessere Geräte haben zwar bis zu 4 Kanäle, können dafür aber auch mehrere hundert Euro kosten.

OTC-Hörhilfen* bzw. Hörverstärker haben nicht den besten Ruf. Es gibt sogar Studien, die vor den Geräten warnen. Bevor Sie sich zu einem Kauf entschließen, sollten Sie sich also umfassend informieren. Wir möchten nicht dazu raten und haben unser eigenes Fazit entwickelt: Lieber die günstigste Kassenversion als das teuerste OTC-Gerät!

* OTC = Over the counter = über die Ladentheke. Die freiverkäuflichen Hörhilfen sind nicht verschreibungspflichtig und werden nicht durch die Krankenkassen bezuschusst.

Hörgeräte-Hersteller

Auch in puncto Produktion ist der Hörgerätemarkt recht unübersichtlich geworden. In unserem gesonderten Beitrag Hörgeräte Hersteller erhalten Sie alle notwendigen Informationen zu den wichtigsten Produzenten.

Einer davor ragt als Sonderfall heraus: Das deutsche Unternehmen KIND ist zugleich Hörakustiker und Produzent von Hörhilfen aller Bauformen und Leistungsklassen. Damit hat sich der Konzern die Führerschaft auf dem heimischen Markt gesichert.

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Die Auswahl bei den angebotenen Hörgeräten ist groß © Kzenon, stock.adobe.com
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