Lesehilfen

Teilen:

Lesehilfe – Kleines besser erkennen

Was kann ich von einer Lesehilfe erwarten?

Die wichtigsten Angaben auf Verpackungen, Rufnummern im Telefonbuch, Antragsformulare, Verträge und Versicherungsbedingungen – viel zu viele Buchstaben und Zahlen sind oft winzig klein. Wir kennen sogar einen eigenständige Begriff dafür: „Kleingedrucktes“. Wo die eigene Lesebrille nicht mehr ausreicht, sorgt eine zusätzliche Lesehilfe für mehr Klarheit.

Leseprobleme © Sentello, stock.adobe.com
Wenn das Lesen zur Qual wird kann ein passendes Hilfsmittel helfen © Sentello, stock.adobe.com

Doch schaut man sich in diesem Segment um, findet man eine riesige Palette an Modellen. Wir helfen Ihnen, sich für das richtige Hilfsmittel zu entschieden. Zuerst stellen wir die unterschiedlichen Varianten vor, informieren über die Kosten und Zuschüsse und empfehlen renommierte Hersteller.

Zunächst einmal sind zwei große Gruppen voneinander abzugrenzen: die optischen Lesehilfen und die elektronischen Lesehilfen. Nicht zu diesen Lesehilfen gehören die vorgefertigten Lesebrillen, die für wenige Euro in Drogeriemärkten und beim Discounter angeboten werden.

Lupen und Lesehilfen © Manok, stock.adobe.com
Lupen und Lesehilfen © Manok, stock.adobe.com

Optische Lesehilfen: Lupen zum Halten, Umhängen, Aufstellen und Vorsetzen

Lupen gibt es schon seit Hunderten von Jahren. Es handelt sich um Glasscheiben in runder oder rechteckiger Form, die allein durch den konvexen Schliff das Gesehene optisch vergrößern. Deshalb wird eine herkömmliche Lupe im Volksmund auch einfach Vergrößerungsglas genannt. Der Vergrößerungsfaktor liegt bei 2- bis 6-fach. Je nach Anspruch findet man eine optische Lesehilfe bereits für 20 Euro. Die hiesigen Marktführer in diesem Segment sind die deutschen Hersteller Zeiss und Eschenbach. Bei den zahlreichen Bauformen findet jeder das richtige Modell:

  • Runde und eckige Handlupen: Um das Preisschild im Supermarkt, eine Angabe auf dem Beipackzettel oder die Aufschrift auf einer Münze besser zu erkennen, reicht das einfachste Modell völlig aus. Diese Lesehilfe wird an einem Griff gehalten und kann immer in Reichweite bereitliegen. Die Anschaffungskosten sind gering. Der Schliff macht die Qualität. Hervorragende Modelle bietet Zeiss an, einfache sind schon ab ca. 20 Euro erhältlich.
    Handlupe
  • Handlupen mit Beleuchtung: Bei schlechten Lichtverhältnissen und vollständiger Dunkelheit ist das Licht dieser Leselupen sehr nützlich. Der Druckschalter ist am Handgriff angebracht. So kann die eingebaute LED ein- und ausgeschaltet werden, ohne das Objekt beiseite zu legen. Auch Leuchtlupen sind recht preiswert. Die genannten Hersteller bieten sie bereits ab 40 Euro an.
    Hand Leuchtlupe LED
  • Lesestäbe: Anders als Handlupen wird ein Lesestab auf das Schriftstück gelegt. So kann beispielsweise die Zeitung Zeile für Zeile gelesen werden. Das Bild ist absolut zitterfrei und sehr klar. Stabförmige Lesehilfen von Eschenbach kosten etwa 30 bis 70 Euro.
  • Lesestab
bis zu 30% sparen

Lesehilfen
Attraktive Angebote

  • Top Preise
  • Starke Marken
  • Schnelle Lieferung
  • 30 Tage Rückgaberecht
  • Flächenlupen zum Umhängen und/oder Aufstellen: Im Unterschied zu den vorigen Modellen muss diese große Lesehilfe nicht über das Schriftstück bewegt werden. Das aufgeschlagene Buch passt darunter, auch eine Seite der Programmzeitschrift oder ein Artikel in der Tageszeitung. Natürlich ist eine solch große Glasscheibe auch recht schwer. Um die Hand nicht zu ermüden, wird die Flächenlupe deshalb einfach um den Hals gehängt. Viele Modelle sind zusätzlich mit ausklappbaren Füßen ausgestattet und können auf den Tisch gestellt werden. Der zweite große Vorteil: Beide Hände bleiben frei, Sie können gemütlich umblättern und zudem Ihre Tasse Tee genießen. Flächenlupen vergrößern bis zu 3-fach und sind bereits ab ca. 20 Euro erhältlich (Wellys).
    Standlupe mit Licht
  • Vorsetzlupen zum Aufstecken auf die Brille: Diese Lesehilfe wird einfach auf das vorhandene Brillengestell geklipst. Je nachdem, ob die Brillengläser eckig oder rund sind, wählt man die Form des Brillenclips. Da sie ähnlich aussieht wie die Brille selbst, wird die Vorsetzlupe häufig auch Vorsetzbrille genannt. Die ebenfalls kursierende Bezeichnung Lupenbrille ist dagegen nicht ganz richtig. Echte Lupenbrillen sind Spezialbrillen mit kleinen Fernrohren, die zum Beispiel in der Chirurgie eingesetzt werden. Auch die Vorsetzlupen sind mehr fürs Arbeiten und Schreiben als fürs Lesen gemacht. Ein sehr großer Vorteil ist, dass beide Hände frei bleiben. Modelle der Firma Eschenbach und Zeiss kosten etwa 50 bis 60 Euro.
    Vorsetzlupe

Elektronische Lesehilfen: E-Lupen, mobile Lesehilfen und Bildschirm-Lesegeräte

Im Unterschied zu optischen Lesehilfen haben diese Geräte einen Bildschirm und eine Kamera. Elektronische Lesehilfen zoomen den Text heran und nehmen ihn auf Wunsch auf. So können Sie das Bild in Ruhe betrachten. Digitale Lesehilfen sind deutlich teurer als ihre optischen Verwandten. Dafür bieten sie in der Regel einen höheren Vergrößerungsgrad und mehr Komfort. Zu beachten ist, dass jede elektronische Lesehilfe mit Strom versorgt werden muss. Bei den mobilen Geräten ist ein Akku eingebaut, der nach einer bestimmten Zeit wieder aufgeladen werden muss. Diese Ausführungen stehen zur Auswahl:

  • Elektronische Lupen: Die auch E-Lupen genannten Geräte sind zu Hause und unterwegs ein angenehmes Hilfsmittel. Gebraucht wie eine optische Handlupe, leisten sie zum Beispiel beim Lesen der Speisekarte gute Dienste. Das Besondere ist jedoch: Auch weiter entfernte Aufschriften, wie Straßenschilder, Fahrpläne in Bahnhöfen und an Haltestellen oder Preisauszeichnungen an den oberen Regalen sind kein Problem mehr. Das Bild kann „eingefroren“ und vergrößert (bis 32-fach) auf dem Display (3,5 bis 4,3 Zoll / 8,9 bis 10,9 cm) betrachtet werden. Die Abbildung ist verzerrungsfrei, scharf und kontrastreich. Bei vielen Geräten sind zudem die Displayfarben einstell- und eine Beleuchtung hinzuschaltbar. Diese elektronischen Lesehilfen wiegen ca. 500 Gramm, die Preise liegen je nach Marke bei ca. 70 bis 200 Euro. Ein renommierter Hersteller ist Reflecta. Das günstigste Modell von Optelec kostet etwa 400 Euro, ist dafür aber auch besonders leicht.
Mobile Lesehilfe
Tipp: Smartphone-Nutzer können das Mobilgerät ganz leicht wie eine E-Lupe nutzen: Mit der entsprechenden App kann die eingebaute Kamera das Gedruckte vergrößert darstellen. Viele Apps sind gratis, manche bieten auch eine Standbildfunktion. Ein weiterer Vorteil: Unterwegs belastet Sie kein zusätzliches Gewicht. Allerdings müssen Sie davon ausgehen, dass das Bild nicht so scharf ist wie bei einer guten elektronischen Lesehilfe.
  • Elektronische Lesehilfen mit Anschlussmöglichkeit: Diese E-Lupen können zusätzlich an einen Computerbildschirm oder ein Fernsehgerät angeschlossen werden. Auf die große Fläche projiziert, wird das Lesen längerer Texte deutlich komfortabler. In den meisten Fällen sind zudem das Display größer (bis 7 Zoll/ 17,8 cm) und die Farbeinstellungen mannigfaltiger. Angeboten werden diese Geräte zumeist als mobile Lesehilfen. Je nach Displaydiagonale, Kameraauflösung und Ausstattung liegen die Modelle von Digiphot bei 400 bis 900 Euro. Optelec erwartet für die Lesehilfen aus der Compact-Reihe vom Käufer 700 bis 1.000 Euro, Reinecker für seine MANO-touch-Geräte 500 bis 900 Euro.
    Mobile Lesehilfe
  • Elektronische Lesehilfen mit Bildschirm: Diese mobilen Lesehilfen der Luxusklasse sind sofort an Ihrer Größe erkennbar. Natürlich können sie auch an den Fernseher angeschlossen werden, das Besondere ist jedoch: Der Bildschirm ist mit zumeist 10 bis 13,3 Zoll (25,4 bis 33,8 cm Diagonale) so groß, dass nicht nur ein Textausschnitt, sondern eine ganze Textseite darauf projiziert werden kann. Eine hervorragende Verarbeitung, beste technische Ausstattung und eine leichte und bequeme Bedienbarkeit sind ebenfalls selbstverständlich. Das hat natürlich seinen Preis: Am unteren Rand liegt Eschenbach mit seiner Produktlinie visolux (ab 1.000 Euro), in der Mitte Reinecker mit MANO XXL (ca. 1.600 Euro) und ganz oben Optelec mit dem Spitzengerät Traveller (ca. 3.000 Euro).
    Mobile Lesehilfe
  • Bildschirm-Lesegeräte: Diese Geräte führen wir vor allem deshalb auf, weil die Bezeichnung hin und wieder auch für die elektronischen Lesehilfen mit Bildschirm verwendet wird. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied: Sie sind viel zu groß und schwer, um mitgeführt zu werden. Durch die Ausstattung mit einem Lesetisch und einem großen Monitor (19 bis 24 Zoll/ 48,3 bis 16 cm) findet die Nutzung an einem festen Aufstellungsplatz mit Netzstromanschluss statt. Bildschirmlesegeräte zeichnen sich durch einen starken Vergrößerungsfaktor (bis 75-fach), zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, feinste Technik und höchsten Komfort aus. Das rechtfertigt auch ihren hohen Preis. Die ClearView-Reihe des Marktführers Optelec beginnt bei ca. 2.600 Euro. Zugleich weist der Hersteller auf seinen Aufbau-Service und mögliche Zuschüsse der Krankenkassen hin. Mehr dazu lesen Sie im übernächsten Abschnitt.
Bildschirmlesegerät
Tipp: Wenn Sie den Text gerne auf einem Computermonitor oder dem Fernseher lesen, reicht vielleicht ein einfaches kabelgebundenes Lesegerät aus. Das Unternehmen Carson bietet ein Gerät an, das ähnlich einer Computermaus über den Text geführt wird. Das Lesen längerer Texte ist zwar etwas mühsam, für kürzere Abschnitte oder zum näheren Betrachten von Bildern bekommt man für ca. 100 Euro jedoch eine ordentliche Lesehilfe.

Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung

Checkliste © Shockfactor, fotolia.com
Checkliste © Shockfactor, fotolia.com

Sich diese Fragen zu beantworten, ist sicher der erste Schritt zum richtigen Modell:

  • Wie stark soll die Lesehilfe vergrößern?
  • Welchen Anspruch habe ich, wenn es um die Klarheit der Darstellung geht?
  • Wo benötige ich die Lesehilfe? Nur zu Hause oder auch unterwegs?
  • Wie sind meine Lesegewohnheiten? Was möchte ich mit der Lupe betrachten?
  • Wie schwer darf die Lesehilfe sein? Möchte ich sie in der Hand halten oder lieber über das Papier führen?
  • Soll das Eingelesene auf einen Bildschirm oder den Fernseher übertragen werden?
  • Wie lange möchte ich ein Gerät nutzen, ohne den Akku aufladen zu müssen?
  • Wie viel darf meine neue Lesehilfe kosten?

Es liegt natürlich auf der Hand, dass die Anschaffungskosten im Zusammenhang mit den Leistungen stehen. Je höher die Ansprüche, desto tiefer müssen Sie in die Tasche greifen.

Viele Krankenkassen bezuschussen hochwertige Lesehilfen

Kostenbeteiligung der Krankenkasse © Stockfotos MG, fotolia.com
Kostenbeteiligung der Krankenkasse prüfen © Stockfotos MG, fotolia.com

Bei einer ausgeprägten Sehbehinderung gewähren die Krankenkassen in der Regel einen Zuschuss oder übernehmen die Kosten für ein Bildschirmlesegerät sogar ganz. Eine Makuladegeneration ist nur ein Beispiel für eine solche Sehbehinderung. Voraussetzung ist: Sie sind „wesentlich sehbehindert“ (WHO-Stufe 2) mit einem Visus von maximal 0,1 und benötigen eine 6-fache Vergrößerung. Es gibt jedoch aus Ausnahmen, bei denen eine Lesehilfe bereits früher bewilligt wird. Welche dies sind, weiß Ihr Arzt oder Ihre Ärztin. Eine ausführliche Beratung kann sich also lohnen.

bis zu 30% sparen

Lesehilfen
Attraktive Preise

Attraktive Preise
Schnelle Lieferung
30 Tage Rückgaberecht