Hörgerät finden

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Wie finde ich das richtige Hörgerät?

Ein passendes Hörgerät zu finden, braucht Zeit. Am besten, Sie planen von vorneherein mehrere Wochen ein. Da muss ein Hörtest gemacht werden, es steht ein Arztbesuch an und natürlich die Beratung beim Akustiker. Hörhilfen sind eine große Anschaffung und der Markt ist riesig. Es kann also nicht schaden, wenn Sie sich bereits vor dem ersten Schritt ein wenig auskennen. Eine Auflistung der verschiedenen Ausführungen finden Sie im Beitrag Hörgeräte Übersicht. Denken Sie auch an das Wichtigste: Sie sollten die Hörhilfe Ihrer Wahl ausgiebig selbst testen. Nur so umgehen Sie einen Fehlkauf.

1. Schritt zur Hörhilfe: Der Hörtest

Vielleicht haben Angehörige Sie ja bereits darauf hingewiesen, vielleicht haben Sie es aber auch schon selbst bemerkt: Ihr Gehör lässt seit einiger Zeit nach, es fällt Ihnen immer schwerer, sich an einem Gespräch zu beteiligen. Dann ist es Zeit für einen Hörtest, in Fachkreisen Audiometrie genannt. Ein zumeist kostenloser Test beim Akustiker reicht für einen ersten Check völlig aus. Dann allerdings ist ein Termin bei HNO-Facharzt notwendig. Erst seine Diagnose entscheidet, ob ein Hörgerät sinnvoll ist oder ob eventuell eine Krankheit die Hörminderung auslöst.

Hörtest in der geschlossenen Kabine © Erica Smit, stock.adobe.com
Hörtest in der geschlossenen Kabine © Erica Smit, stock.adobe.com

Und das erwartet Sie: Die Arzthelferin wird Sie bitten, in einer geschlossenen Kabine Platz zu nehmen. Nur so ist ausgeschlossen, dass Umgebungsgeräusche das Ergebnis der Audiometrie verfälschen. Um beide Ohren einzeln zu testen, setzen Sie einen Kopfhörer auf. Jetzt werden verschiedene Töne, manchmal auch Geräusche und Sprache, abgespielt – erst sehr leise, dann immer lauter. Sobald Sie den jeweiligen Ton hören, drücken Sie einen Knopf. Im sogenannten Tonschwellentest wird ermittelt, ab wann Sie die unterschiedlichen Tonhöhen wahrnehmen können.

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2. Schritt zum Hörgerät: Die Verordnung des HNO-Arztes

Die zahlreichen Messpunkte aus der Audiometrie werden in der Praxis in ein genormtes Formular eingetragen, dem Audiogramm. Anhand der grafischen Darstellung erkennt der Arzt, wo die Hörschwelle bei den verschiedenen Frequenzen liegt, welcher Grad und welche Form der Schwerhörigkeit vorliegen. Kommt er zu dem Schluss, ein Hörgerät sei medizinisch sinnvoll, stellt er eine entsprechende Verordnung aus. Die Hörgeräteverordnung ist 6 Monate gültig und für den Hörgeräteakustiker eine Art Rezept für die passenden Hörhilfen.

Folgende 3 Punkte sollten Sie im Hinterkopf behalten:

  1. Der Akustiker ist frei wählbar. Gleiches gilt für das Modell, für das Sie sich letztendlich entscheiden.
  2. Fragen Sie den Arzt bitte nicht nach einem Akustiker. Aufgrund früherer Korruptionsvorwürfe ist es den Medizinern nicht mehr erlaubt, eine Empfehlung auszusprechen. Informieren Sie sich lieber im Familien- und Freundeskreis oder lesen Sie Meinungen und Bewertungen im Internet. Verlassen sollten Sie sich jedoch nur auf Ihr eigenes Urteil.
  3. Die Krankenkassen zahlen in der Regel einen Festbetrag. Welche Zuschüsse Sie von gesetzlichen und privaten Krankenkassen erwarten können, finden Sie in unserem Beitrag Hörgeräte – Zuschüsse und Finanzierung.

3. Schritt zum Hörsystem: Die Beratung des Akustikers

Im Idealfall suchen Sie mehrere Akustiker auf, denn die Beratung ist das A und O beim Hörgerätekauf. Wird auf Ihre individuellen Vorstellungen eingegangen? Werden Modelle unterschiedlicher Preisklassen vorgestellt und auf deren Stärken und Schwächen hingewiesen? Sind auch Hörhilfen zum Kassensatz, also eigenanteilsfreie Kassengeräte, dabei? Ein Hörgerät ist keine geringe Ausgabe, der Preis daher eines der entscheidenden Kriterien. Dabei muss ein günstiges Modell nicht zwangsläufig schlechter sein. Ein Vergleich ist immer auch dann sinnvoll, wenn ein und dasselbe Hörsystem zu unterschiedlichen Preisen angeboten wird. Zumeist liegt dies an den Serviceleistungen des Akustikers. Fragen Sie nach! Vertrauen können Sie auch entwickeln, wenn ein Hörgeräte-Spezialist Sie nicht zu einer Kaufentscheidung drängt, sondern Verständnis zeigt, dass Sie auch andere Beratungstermine wahrnehmen möchten.

Hörgeräte ausprobieren © Robert Przybysz, stock.adobe.com
Eine ausführliche Beratung ist das A und O beim Hörgerätekauf © Robert Przybysz, stock.adobe.com
Merke: Vertrauen zum Hörgeräteakustiker ist wichtig. Schließlich suchen Sie ihn auch nach dem Kaufabschluss wieder auf, z.B. für das Justieren, die Wartung und die Pflege Ihres Hörgeräts.
Anschaffung eines Hörgeräts: Ablauf
Anschaffung eines Hörgeräts: Ablauf
Tipp: Falls Sie Ihre Fragen zur Hörstörung an unabhängige Fachleute richten möchten: Der in Berlin ansässige Deutsche Schwerhörigenbund e.V. (DBS) hat ein umfangreiches „Schwerhörigen-Netz“ aufgebaut. Eine Namens- oder Stichwortsuche führt Sie zu den unabhängigen Beratungsstellen des DSB in Ihrer Nähe.

4. Schritt: Ganz wichtig: Der eigene Test des Hörgeräts

Die Vorauswahl treffen Sie bereits bei Hörgeräte-Akustiker. Dieser wird Sie über die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Systeme aufklären und darüber, was Sie in den einzelnen Preisklassen erwarten können. Auch, wenn Sie Ihr Budget bereits festgelegt haben: Nutzen Sie die Möglichkeit, verschiedene Modelle aus unterschiedlichen Preisklassen zu testen! Im Normalfall bedeutet der Mehrpreis natürlich eine höherwertige Ausstattung. Oft betrifft dies jedoch gar nicht die Leistung des Hörgeräts. Es können auch rein kosmetische Gründe dafür verantwortlich sein. Dies sollten Sie wohlüberlegt abwägen.

Haben Sie das Spektrum nach Ihren persönlichen Wünschen eingeschränkt, ist es Zeit für den Praxistest. Kaufen Sie kein Hörgerät sofort nach der ersten Beratung. Testen Sie Ihre Auswahl auch zu Hause beim Fernsehen und Telefonieren, im Kino oder Konzert, in geselliger Runde oder draußen im Freien. Nur so werden Sie feststellen, welches Hörgerät für Sie das richtige ist.

Hörgerät kaufen: Lassen Sie sich intensiv beraten und recherchien Sie selbst
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5. Schritt: Das Hörgerät exakt auf Ihre Bedürfnisse einstellen lassen

Wenn Sie das passende Gerät gefunden haben, muss es noch individuell eingestellt werden. Damit das Ohrpassstück (für ein HdO-Gerät) oder die Schale (für ein IdO-Gerät) passgenau ist, fertigt der Hörgeräteakustiker einen Abdruck des Gehörgangs an. Dies garantiert später einen hohen Tragekomfort und die optimale Übertragung des Schalls. Bei der Übergabe erklärt der Spezialist, wie Sie Ihr neues Hörgerät handhaben, bedienen und pflegen.

Hörgerät selbst anlegen © Robert Przybysz, stock.adobe.com
Mit etwas Übung legen Sie das Hörgerät im Nu selbst an © Robert Przybysz, stock.adobe.com

Jedes Hörgerät erfordert anfangs eine Eingewöhnung. Daher wird der Akustiker die Hörhilfe stufenweise anpassen – ein Service, der im Preis inbegriffen ist. Dieser Prozess kann recht langwierig sein und beiden Seiten eine Portion Geduld abverlangen. Vor allem, wenn die Hörbeeinträchtigung bereits fortgeschritten ist und das Hören fast wieder neu „erlernt“ werden muss. Doch die Geduld lohnt sich.

Am Ende steht immer das positive Erlebnis: Sie hören wieder die Vögel zwitschern, die Bäche gluckern und die Blätter rauschen. Der Nachrichtensprecher, die Moderatorin und die Schauspieler sprechen wieder deutlicher. Und wenn jemand am Tisch etwas erzählt, fühlen Sie sich nicht mehr ausgeschlossen. Endlich erwacht die Welt zu neuem Leben. Welch ein Zuwachs an Lebensqualität!

Hinweis: Ist die Anpassung abgeschlossen, sollte ein erneuter Hörtest durchgeführt werden. Das neue Audiogramm zeigt auf, welche Verbesserungen das Hörgerät erbringt.
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