Hörgeräte Hersteller

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Hörgeräte Hersteller: Wer stellt gute Hörgeräte her?

Wir können hier nicht alle Hersteller hochwertiger Hörgeräte aufzählen. 13 heben sich jedoch als die größten und wichtigsten heraus. Hier sind sie in alphabetischer Reihenfolge gelistet:

Die Auswahl bei den angebotenen Hörgeräten ist groß © Kzenon, stock.adobe.com
Die Auswahl bei den angebotenen Hörgeräten ist groß © Kzenon, stock.adobe.com

Audifon: Die Marke Audifon ist ein Unternehmen der KIND Gruppe. In Kölleda bei Weimar werden leistungsstarke Hörgeräte von der Basis- bis zur Premium-Klasse entwickelt und produziert. Das Unternehmen sieht neben der Qualität im Design und in der Produktion das ausgezeichnete Preis-Leistungsverhältnis als Basis seines Erfolgs.

Neben den unterschiedlichen Hörsystemen entstehen in Thüringen auch Gehörschutzsysteme, Geräte für die Tinnitus-Therapie, zwei TV-/Audio-Systeme (multistreamer und Swing Digital), ein Im-Ohr-Kopfhörer-System (c-ear), ein Bluetooth-Hörverstärker (CM-BT2), ein Ultraschall-Reinigungsgerät (u-sonic), zwei Trockenboxen (dry star UV 2 und dry go), eine Versiegelung für Hörsysteme (nanoShield) und verschiedenste Pflege- und Hygieneserien. Audifon ist Mitglied im Bundesverband der Hörgeräteindustrie; die Produkte sind in 65 Ländern unserer Erde erhältlich.

Audio Service: AS Audio-Service, so die firmeneigene Schreibweise, ist ein Hörgeräte-Hersteller mit Sitz in Löhne, Westfalen. Als Kernkompetenz gibt das 1976 gegründete Unternehmen Im-Ohr-Hörsysteme an. Angeboten werden zudem Hinter-dem-Ohr-Hörsysteme, offene Versorgung, Ex-Hörer-Systeme, Otoplastiken und umfangreiches Zubehör. 1980 wurde das weltweit erste Im-Ohr-Hörsystem mit separatem 3-Stufen-Schalter eingeführt, 2002 eine weitere Weltneuheit: zwei schmutzabweisende und antibakterielle Beschichtungen für Hörsysteme. Audio Service legt großen Wert auf Kundenzufriedenheit und engagiert sich in mehreren sozialen Bereichen. Seit 2015 ist das Unternehmen eine Tochter der in Singapur ansässigen Sivantos Gruppe. Neben Oberklasse-Hörsystemen wird auch eine stattliche Anzahl erschwinglicher Modelle bis hin zur Basisklasse produziert.

Beltone: Die Ursprünge von Beltone liegen in den USA. Nach der Anfertigung eines Hörgeräts für einen guten Freund gründete Sam Posen 1940 in Chicago die Beltone Company. 1945 kommt das damals kleinste Hörgerät der Welt auf den Markt. In den 1990er-Jahren ist das Unternehmen der Branchenführer bei den CIC-Geräten. Die Übernahme der Philips Hearing Technologies 1999 folgte ein Jahr später der Verkauf an die dänische GN Gruppe. Beltone blieb genau wie ReSound und Interton als eigenständige Marke bestehen. Der amerikanische Produzent legt bei seinen Hörhilfen besonderen Wert auf kompakte Bauformen. Dennoch sind sowohl die Im-Ohr-Hörgeräte als auch die Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte durchaus erschwinglich. Viele Modelle bewegen sich in den unteren Preisklassen und werden von den Krankenkassen ganz oder beinahe ganz erstattet.

Bernafon: Über 70 Jahre, über 70 Länder. Das in den 1920-Jahren gegründete Schweizer Unternehmen entwickelt seit 1946 mit Leidenschaft erstklassige Hörgeräte. Der Firmenname verweist zugleich auf die Lage der Zentrale: die Stadt Bern im gleichnamigen Kanton. Die Bernafon AG ist stolz auf die Schweizer Ingenieurskunst und Präzision und zeigt ein großes Engagement für individuellen Service. Ihre Hörgeräte der Premium-Kategorie sind mit modernster DECS™-Technologie ausgestattet und richten sich damit insbesondere an Menschen, die ein aktives Leben führen. Die Produktlinien Saphira und Nevara erfordern ein geringeres Budget. Bernafon bietet Hörgeräte in fünf Leistungsklassen an; zuzahlungsfreie Hörsysteme sind nicht darunter. Im-Ohr-Hörgeräte und Otoplastiken werden in der eigenen Manufaktur in Berlin hergestellt.

Hansaton: Hansaton ist ein Hamburger Traditionsunternehmen. Alles begann 1957 mit der Markteinführung fortschrittlicher Hörsysteme eines amerikanischen Herstellers. Ab 1967 trieb die zweite Generation die technische Eigenständigkeit voran. In der dritten Generation folgten neue Hörsysteme auf der Basis modernster Chiptechnologie. Der Ausbau einer weltweiten Vertriebsstruktur mündete 2015 in die strategische Partnerschaft mit dem Hörgeräte Weltmarktführer Sonova. Das Familienunternehmen wird als eigenständige Marke weitergeführt. Die Angebotspalette reicht von wiederaufladbaren Hörsystemen mit umweltschonendem Lithium-Ionen-Akku bis zu nahezu unsichtbaren Im-Ohr-Hörsystemen. Die Innovationen sind bei Hansaton zudem ansprechend gestaltet, was zahlreiche Designpreise seit 2005 belegen. Die Hörhilfen decken alle Preisklassen ab.

Interton: Genau wie ReSound und Beltone ist auch Interton eine Marke der GN Gruppe. 2005 übernahm der dänische Konzern das 1962 von der Familie Türk in Köln gegründete Unternehmen. Heute ist „das einzige Unternehmen auf der Welt, das Audiotechnologie für den medizinischen, professionellen und Verbraucherbedarf unter einem Dach anbietet“, in Münster ansässig. Dieser technologische Vorteil – verbunden mit dem Fokus auf einfacher Bedienbarkeit und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis – überzeugt Menschen in über 70 Ländern. Angeboten werden klassische Hinter-dem-Ohr Hörgeräte, Hörer-im-Ohr-Systeme und In-dem-Ohr-Hörgeräte. Interton gibt als Ziel an, erschwingliche Hörlösungen mit bester Klangqualität zu entwickeln. Tatsächlich finden auch Menschen mit geringem Budget bei dieser deutschen Marke eine für sie geeignete Hörhilfe.

Kind: Der deutsche Hörakustiker Kind ist mit seinen über 700 Fachgeschäften über Europa hinaus präsent. Als Akustiker ist Kind in dieser Auflistung ein Sonderfall. Mehr zur Hörgeräte-Herstellung des deutschen Marktführers finden Sie unter dem Markennamen Audifon.

Hörgeräte im Miniformat  © Erica Smit, stock.adobe.com
Ein modernes HdO-Hörgerät ist oft nicht viel größer als ein Daumennagel © Erica Smit, stock.adobe.com

Oticon: Es war die Königin von England, die den Dänen Hans Demant auf eine Idee brachte. Immer in Sorge um seine schwerhörige Frau, reiste der Däne 1903 auf die britische Insel. Dort wollte er genau das gleiche Hörgerät erstehen, das auch Kronprinzessin Alexandra bei ihrer Krönung im Jahr zuvor getragen hatte. Es folgte der Vertrieb in seinem Heimatland, ab 1940 dann die Herstellung eigener Geräte. Damit gehört Oticon, so der Name seit der Umfirmierung im Jahre 1946, zu den ältesten Anbietern moderner Hörsysteme. 1977 kam das erste Im-Ohr-Gerät heraus, 1996 DigiFocus, das erste Hörgerät mit volldigitaler Technik. Es war der Grundstein zur 2014 entwickelten BrainHearing™-Technologie, die die Funktionsweise des Gehirns unterstützt. Von der neuesten Innovation, der OpenSound Optimizer Technologie, ist nach weit über 1 Million verkaufter Hörsysteme der 1. Generation nun die 2. Generation auf dem Markt: Laut Hersteller „maximiert Oticon Opn™ S das offene Klangerlebnis und die einzigartigen Vorteile von BrainHearing™“. Das hat natürlich seinen Preis. Bei begrenztem Budget bieten sich andere Modellreihen von Oticon an.

Phonak: Der führende Schweizer Hörgerätehersteller Phonak existiert seit 1947, seit 1965 unter dem heutigen Namen. Bei der Umbenennung der Phonak Holding in Sonova Holding i.J. 2007 blieb die Marke Phonak bestehen. Phonak ist heute die Premium-Marke der Holding und einer der wichtigsten Anbieter auf dem deutschen Markt. Im Fokus stehen seit jeher einzigartige Geräte. So entwickelte das Unternehmen 2011 beispielsweise die „Kontaktlinse fürs Ohr“, das „erste Hörgerät, das zu 100% unsichtbar ist und über mehrere Monate rund um die Uhr getragen werden kann“. Die Highlights 2019 sind AutoSense OS, ein Automatik-Betriebssystem, das die Hörumgebung alle 0,4 Sekunden analysiert, und Audéo B-R, das am schnellsten aufladbare Hörgerät mit langer Akkulaufzeit. Über ein ausgedehntes Netzwerk ist Phonak in mehr als 100 Ländern vertreten. Phonak Hörsysteme sind überwiegend in den höheren Preisklassen angesiedelt. Ausnahmen bilden die Modellreihen Vitus und Naída S.

ReSound: Der Zusatz „GN“ verweist gleich auf den Mutterkonzern: ReSound GN ist eine Tochter der GN Gruppe mit Hauptsitz in Ballerup, Dänemark. Mit GN (Great Northern, gegründet 1869) gehört das Unternehmen (gegründet 1943) zu den weltweit führenden Anbietern von smarten, intelligenten Hörlösungen. So führte ReSound 2014 das erste Hörgerät ein, das direkt mit Mobilgeräten der Firma Apple (iOS Betriebssystem) verbunden werden konnte: das LiNX. Die heutige Generation dieses Erfolgsmodells, LiNX Quattro, funktioniert natürlich auch mit allen anderen Betriebssystemen. Mit den „vier Eckpfeilern der Smart Hearing Technologie“ – Audiologie, Konnektivität, Apps und Design –, so verspricht ReSound, „können Menschen mit Hörverlust sich wieder besser vernetzen und wieder besser miteinander kommunizieren.“ Dies begeistert vor allem die Nutzer sozialer Medien. Ein weiterer Pluspunkt der dänischen Hörsysteme: Musik, Filme und Anrufe können ohne Zusatzgeräte über die App gesteuert werden.

Siemens: Heute nur noch als Markenlizenzgeber auf dem Hörgerätemarkt präsent. Siehe Signia.

Signia: Die Signia GmbH mit Sitz im fränkischen Erlangen ist ein Unternehmen der Sivantos Gruppe, Singapur. Als Markenlizenznehmerin der Siemens AG kann Signia auf die weltweit längste Tradition in der Hörgeräte-Herstellung zurückblicken. Schließlich erfand Werner von Siemens bereits 1878 eine Hörhilfe, die mehr bot als das alte Hörrohr. Der neue Telefonhörer hatte eine grundlegend verbesserte Übertragungsqualität. Es war auch die Firma Siemens & Halske, die noch vor dem 1. Weltkrieg begann, kleinere Modelle zu entwickeln – bis zur Einführung des weltweit ersten Im-Ohr-Hörgeräts im Jahre 1966. 2015 verkaufte die Siemens AG die Siemens Audiology Solutions. Das neue Unternehmen Sivantos führte im Jahr darauf die Marke Signia ein. In der Produktepalette finden sich Hörsysteme aller Preisklassen. Spezialität sind jedoch Hörhilfen in höherem Preissegment – darunter eine große Auswahl an Modellen mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Akkus.

Starkey: Wer ein besonders kleines IdO-Hörsystem sucht, sollte sich beim Angebot der Firma Starkey umsehen. Aus dem 1967 von William F. Austin gegründeten Hörgeräte-Reparaturservice entwickelte sich ein Unternehmen, das noch als eines der wenigen inhabergeführt ist. Dennoch gehört es zu den größten weltweit. Der Hauptsitz befindet sich in Eden Prairie im US-Bundesstaat Minnesota. Ab 1976 weitete sich der Geschäftsbereich auf den europäischen Markt aus, 1981 beispielsweise durch eine Produktionsstätte in Hamburg, die Starkey Laboratories (Germany) GmbH. Seit seinem ersten Mini-Gehörgangsgerät Privato (1993) konzentriert sich Starkey insbesondere auf die winzigen Modelle. So gilt zum Beispiel das 2010 entwickelte IIC (Invisible-In-the-Canal) SoundLense als das erste digitale und voll programmierbare, unsichtbare Im-Ohr-Hörgerät. Weitere Standbeine sind innovative Tinnitus-Lösungen und Zubehör für gutes Sprachverstehen beim Telefonieren und Fernsehen.

Unitron: Der kanadische Produzent Unitron gehört wie Oticon und Hansaton zur Markenfamilie des in der Schweiz ansässigen Hörgeräte-Weltmarktführers Sonova. Gegründet 1964 blickt Unitron mittlerweile auf eine mehr als 50-jährige Erfahrung zurück. Das Entwicklungszentrum mit über 100 Audiologie- und Software-Experten befindet sich nach wie vor in Kanada, die Produktion wurde nach China ausgelagert. Unitron legt großen Wert auf eine perfekte Kombination aus ästhetischem und funktionalem Design und bezeichnet sich selbst als Designführer auf dem Gebiet der Hörsysteme. Im Februar 2018 wurde das weltweit einzige Akku-Hörsystem, das sich direkt mit jedem Mobiltelefon verbinden lässt, präsentiert. Auch im zuzahlungsfreien Segment werden leistungsfähige Hörgeräte angeboten.

Widex: Die in Stuttgart ansässige Widex Hörgeräte GmbH ist die größte europäische Tochtergesellschaft des 1956 gegründeten dänischen Hörsystemherstellers Widex A/S. Der Weltmarktführer im Bereich der Entwicklung, der Produktion und des Vertriebs innovativer Premium-Hörsysteme hat als Erfinder des ersten volldigitalen Hörsystems Anerkennung erlangt. 2018 folgte Evoke, das weltweit erste Hörgerät mit intelligentem Hörsystem. Es lernt mittels einer Smartphone-App von den Hörvorlieben des Nutzers und erübrigt damit so manche Hörgeräte-Anpassung beim Akustiker. Über die Bluetooth-Zubehörlösung TV-Play™ kann ein Evoke-Hörsystem zudem kabellos mit dem Fernseher verbunden werden. Geräte der Basis- und Einstiegsklasse (Linien Daily und Cros) sind ebenfalls im Sortiment, bieten diesen Komfort jedoch nicht.

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