Hilfsmittel bei Demenz

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Hilfsmittel bei Demenz: Demente Menschen aktivieren und beschäftigen

An Demenz erkrankte Menschen verlieren kontinuierlich die Fähigkeit, zu denken, sich zu orientieren, ja sogar mit vertrauten Gegenständen zu hantieren und sich mitzuteilen. Die gute Nachricht: Mittlerweile ist bekannt, dass dieser Prozess zumindest abgebremst werden kann. Es braucht nur eine fürsorgliche Umgebung, eine Portion Geduld und die richtigen Hilfsmittel bei Demenz. Wir klären Sie über die drei Aufgabenbereiche betreuender Personen sowie über hilfreiche Utensilien auf und geben wertvolle Tipps und Hinweise.

Demenz © js-photo, stock.adobe.com
Demenz © js-photo, stock.adobe.com

Demenz – wenn das Gedächtnis nachlässt

Längst nicht jeder ältere Mensch wird dement. Allerdings trifft es fast ausschließlich diese Altersgruppe, weshalb sich der Begriff Altersdemenz eingebürgert hat. Zusammen mit unserer Lebenserwartung werden leider auch die absoluten Zahlen steigen: Im Jahr 2050, so schätzt man, sollen in Deutschland doppelt so viele demenziell veränderte Senior*innen leben wie heute. Frauen haben dabei ein doppelt so hohes Risiko wie Männer. Und: Die Alzheimer-Krankheit ist nicht das Gleiche wie die Demenz – mit ca. 65 Prozent allerdings der am häufigsten auftretende Typus dieser Erkrankung.

Gegen Schwerhörigkeit helfen die verschiedensten Hörhilfen © Peter Maszlen, stock.adobe.com
Schwerhörigkeit erhöht das Demenz-Risiko © Peter Maszlen, stock.adobe.com
Hinweis: Schwerhörigkeit erhöht das Demenz-Risiko. Wird sie nicht zum Beispiel mit einem Hörgerät versorgt, kann es schneller zu einer Altersdemenz oder Altersdepression kommen.

Die erste Einschränkung ist die abnehmende Gedächtnisleistung. Die Betroffenen wissen nicht mehr, wo sie Dinge abgelegt haben, vergessen vertraute Wege, suchen nach Wörtern und können einem Gespräch nicht mehr folgen. Der Unmut darüber kann zu Aggressionen führen. Andere ziehen sich in ihr Schneckenhaus zurück und möchten am liebsten gar nicht mehr aktiv am Leben teilhaben. Im Spätstadium ist die Sprache gravierend eingeschränkt, das Erkennen der Angehörigen nicht mehr möglich. Einfache Hilfsmittel können dies zwar nicht verhindern, jedoch verlangsamen und trotz allem einen erfüllten Lebensabend bescheren.

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Aktivieren, Beschäftigen und Betreuen dementer Menschen

Lebensfreude ist das größte Geschenk, das Sie demenzerkrankten Senioren und Seniorinnen machen können. Lassen Sie die Betroffenen spüren, dass sie liebenswert und alles andere als überflüssig sind – und dass das Leben auch für sie noch eine schöne Seite hat. Sicher gibt es Tage, an denen pflegende Angehörige deprimiert auf den Zustand schauen. Machtlos stehen sie einer negativen Entwicklung jedoch keineswegs gegenüber. Wer folgende drei Aufgaben erfüllt, trägt viel zur Lebensfreude geistig eingeschränkter Menschen bei:

Hinweis: Eine demenzielle Erkrankung schreitet nicht kontinuierlich fort. Die Angehörigen können immer hoffen, dass die Welt bereits am nächsten Tag wieder ein wenig besser aussieht. Unser Tipp: Kochhilfen, Esshilfen und andere Alltagshilfen für Senioren erhalten die Selbständigkeit so lange wie möglich.

Aktivieren: Der wichtigste Punkt ist sicher, die Aufnahmefähigkeit der Betroffenen zu erhalten. Dazu eignen sich jegliche Therapien, die das Gedächtnis trainieren und die Motorik schulen. Pflegende Angehörige kennen die Vorlieben der Erkrankten und wissen am besten, was ihnen Freude macht. Singen gehört für viele Menschen dazu, genau wie Spazierengehen und dabei Blumen und Tiere zu betrachten. Darüber zu sprechen, ist förderlich für die Konzentration, sich an die Namen zu erinnern, kann sogar glücklich machen. Ältere Menschen, die (noch) wissensdurstig sind, freuen sich besonders über ein Tablet für Senioren. Besonders einfach zu bedienende Modelle sind durchaus für demenziell Erkrankte geeignet.

Mensch Ärger dich nicht als Steckversion © stock.adobe.com
Mensch Ärger dich nicht als Steckversion © stock.adobe.com

Beschäftigen: Der Tag ist lang, soll aber nicht langweilig werden. Demente Menschen können sich über viele Stunden ihrer Lieblingsbeschäftigung hingeben. Ob basteln, malen, stricken oder mit der Eisenbahn spielen – alles, was Spaß macht, ist richtig. Entscheidend für die Auswahl des Beschäftigungsprogramms ist der Blick auf die Hobbys der Vergangenheit. Wer gerne geschmökert hat, den erfreut sicher eine vorgelesene Geschichte. Ehemalige Kinogänger fühlen sich mit einem gefühlvollen Film wieder jung. Individuell auf die Person abgestimmte Spiele für Senioren versetzen kommunikative Menschen in ihr Element. Ein „Helfen“ im Haushalt erhält das Gefühl, gebraucht zu werden, aufrecht.

Senioren spielen ein Brettspiel © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Senioren spielen ein Brettspiel © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Tipp: Für Ablenkung sorgt die Gemeinschaft und das Betreuungsprogramm in Tagespflege-Einrichtungen. Die dementen Senioren werden zudem mit Mahlzeiten versorgt und erhalten alle notwendige Hilfe.

Betreuen: Pflegende Angehörige wären am liebsten immer für das demente Familienmitglied da. Sie wissen, wie wichtig ihre Fürsorge für die Betroffenen ist. Sie wissen aber auch, dass eine Aufsicht nicht 24 Stunden am Tag möglich ist. Es muss eingekauft werden, Termine stehen an, die Hausarbeit will gemacht sein. Zum Glück sorgen kleine technische Wunderwerke für die Sicherheit bei Abwesenheit. Notrufsysteme informieren in Notfällen automatisch oder auf Knopfdruck einen Nachbarn, nahen Angehörigen oder den Pflege- oder Rettungsdienst. So kann Hilfe schnell herbeigerufen werden. Ein bewährtes Mittel, orientierungslose Demenzkranke aufzuspüren, ist die Lokalisation mit einem GPS-Ortungssystem. Es übermittelt den exakten Standort an das Mobiltelefon einer gewünschten Person.

Notrufsender © Gina Sanders, fotolia.com
Notrufsender © Gina Sanders, fotolia.com
Tipp: Wird die Nachtaktivität demenziell Veränderter zur Belastung, sollte die Nachtpflege in Erwägung gezogen werden. Die Betroffenen werden von Fachkräften umsorgt und die Angehörigen fühlen sich fitter, weil sie endlich einmal durchschlafen können. Liegt mindestens Pflegegrad 2 vor, übernimmt die Pflegeversicherung den Großteil der Kosten.

Spezielle Hilfsmittel bei Demenz

Im vorherigen Abschnitt haben wir schon einige interessante Hilfsmittel erwähnt. Hier finden Sie Beispiele hilfreicher Utensilien, die speziell für Demenzpatienten entwickelt wurden.

  • Lege- und Gedächtnisspiele: Ein Puzzle für Demenzkranke besteht aus nur wenigen Teilen und ist einfach zusammenzusetzen. Groß-Puzzles mit einem Thema wie Kaffeetafel, Tiere oder Blumen aktivieren die visuelle Wahrnehmung und den Wortschatz. Memo-Spiele nach dem Pairs-Prinzip schulen das Gedächtnis. Charakteristisch für Spiele bei Demenz sind leicht zu erkennende Motive und/oder unterschiedliche Oberflächen. Z.B. von Suprima und Verlag an der Ruhr, ca. 20-30 Euro.
  • Malen und zeichnen: Malvorlagen für Demenzpatienten sind großformatig, ohne kindlich zu sein. Sie trainieren die kognitiven Fähigkeiten und die Feinmotorik. Magnetische Zeichentafeln haben Metallkügelchen, die beim Zeichnen mit dem Magnetstift an die Oberfläche gezogen werden. So entstehen auch ohne penible Stiftführung exakte Linien. Z.B. von Verlag an der Ruhr und beleduc, ca. 20-30 Euro.
  • Filme und Musik: Damit ein Film für Menschen mit Demenz nicht als anstrengend oder gar bedrohlich empfunden wird, müssen die Bilder klar und ruhig sein. Auch Musik sollte bei den Erkrankten positive Gefühle hervorrufen. Die Thematik und der Musikstil sind dabei weniger entscheidend als die persönlichen Vorlieben. Filme bei Verlag an der Ruhr, ca. 20 Euro.
Senioren schauen Fernsehen © contrastwerkstatt, stock.adobe.com
Senioren schauen Fernsehen © contrastwerkstatt, stock.adobe.com
Tipp: Applikationen aus unterschiedlichen Materialien eignen sich besonders, um die Sinne lange wachzuhalten. Auf die Kuschelrolle Hapti Muff wurden bunte Schleifen, Bänder, Perlen und Knöpfe aufgenäht. Die Form dient als Händewärmer und Versteck für kleine Schätze. Von Hapti, ca. 60-80 Euro. Auch Fühl- oder Nesteldecken lösen positive Impulse aus. Das Zupfen, Kneten und Ertasten wirkt beruhigend und fördert die Wahrnehmung. Im Internet von vielen professionellen und privaten Verkäufern angeboten (ab ca. 20 Euro). Mit ein wenig Geschick auch leicht selbst zu nähen.
  • Gewichtsdecken: Eine Decke mit etwas höherem Raumgewicht kann die Wahrnehmung des eigenen Körpers unterstützen und die Unruhe verringern. Beide Symptome sind typisch bei einer Demenzerkrankung. Vom Marktführer Gravity (inkl. Probeschlafen) ab ca. 200 Euro, aus Fernost ab ca. 40-50 Euro.
  • Alarmtrittmatten und Bettkantensensor: Die Kontaktmatten mit Wegläuferschutz werden im Schlafzimmer unter den Bettvorleger oder vor der Wohnungstür unter die Fußmatte gelegt. Sobald eine Person auf die Matte tritt, löst sie einen Alarm aus. Keine Sorge, niemand erschreckt sich, der Ton wird an einen Telefonsender weitergeleitet und alarmiert nur die Angehörigen. Ähnlich funktioniert ein Bettkantenalarm: Zwischen Matratze und Bettlaken platziert, benachrichtigt die schmale Drucksensorfolie die Betreuungsperson, wenn das demente Familienmitglied sein Bett verlässt. Z.B. von Bellman & Symfon und Pratoline, ca. 60-80 Euro (ohne Sender/Empfänger).
Matratzen bei Demenz: Diese Besonderheiten gibt es
Matratzen bei Demenz: Diese Besonderheiten gibt es
Tipp: Alles, was das Gehirn trainiert, kann einer Demenzerkrankung vorbeugen. Bestens geeignet sind zum Beispiel ein Sprachkurs oder Senioren-Studium, Reisen in ein noch „unentdecktes“ Land und die Teilnahme am politischen Geschehen. Sport fördert die Durchblutung unserer zentralen Schaltstelle und ist daher die ideale Ergänzung.
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