Welche Wohnform ist für mich die Richtige?

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Diese Frage ist pauschal nicht zu beantworten. Es gibt kein Patentrezept, sondern nur Anhaltspunkte, die allerdings eine erste Orientierung ermöglichen. Deswegen finden Sie nachfolgend die häufigsten Wohnformen mit ihren Vor- und Nachteilen. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Wohnformen erhalten Sie in der Kategorie „Alternative Wohnkonzepte“.

Wohnen zu Hause

Die Zahlen sind beeindruckend: Fast 90 Prozent der über Achtzigjährigen wohnen noch zu Hause. Doch nur 5 Prozent der älteren Menschen leben in einer seniorengerechten Wohnung. Und den meisten ist dies auch gar nicht so wichtig, wie eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergab. Trotzdem wird der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen kräftig steigen. Denn mit zunehmendem Alter sinkt die Mobilität.

Hilfe beim Frühstück © Gina Sanders, fotolia.com
Eine Altenpflegerin hilft Seniorin beim Frühstück

Vorteile:
Die meisten Menschen identifizieren sich stark mit ihrer eigenen Wohnung. Und je länger sie dort leben, desto mehr Erinnerungen und Gewohnheiten verbinden sie mit ihren vertrauten vier Wänden. Das vermittelt Geborgenheit und ein Gefühl von Sicherheit. Wenn man im Alter zu Hause wohnen bleibt und nur selten fremde Hilfe benötigt, halten sich die Unkosten auch im überschaubaren Rahmen.

Nachteile:
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wer keine Aufgabe mehr hat oder kaum noch über soziale Kontakte verfügt, vereinsamt sehr schnell. Und je immobiler ein Mensch wird, umso größer ist die Gefahr der Isolation.

Fazit:
Ältere Menschen, die sich noch weitgehend selbst versorgen können und/oder sich nicht scheuen, bei Bedarf Hilfe anzufordern, sind in ihrer eigenen Wohnung gut aufgehoben. Voraussetzung ist allerdings, dass sie genügend Kontakte zur Außenwelt haben. Je nach Situation sollten Sie ergänzend Nachbarschaftshilfe oder Betreutes Wohnen zu Hause in Anspruch nehmen.

Betreutes Wohnen/Wohnen mit Service

Diese Wohnform ist eine Weiterentwicklung des früheren Seniorenheims und erfreut sich großer Beliebtheit.

Pflege zu Hause © Photographee.eu, fotolia.com
Betreutes Wohnen © Photographee.eu, fotolia.com

Vorteile:
Die älteren Menschen leben selbstständig in einer seniorengerechten Wohnung und können damit rechnen, auch im Krankheitsfall versorgt zu werden. Wird der Bewohner pflegebedürftig, ist meist ein Umzug in ein Pflegeheim nötig. Deshalb werden Betreute Wohnanlagen häufig mit Pflegeheimen kombiniert. Zusätzlich zur Miete muss bei dieser Wohnform eine Betreuungspauschale entrichtet werden. Diese garantiert bestimmte Grundleistungen. Weitere Dienstleistungen können bei Bedarf ohne viel Aufwand hinzugekauft werden.

Nachteile:
Der Nachteil liegt darin, dass es keine einheitlichen Betreuungsverträge gibt und dass die Kosten nicht immer gut überschaubar sind. Wie viel die Grundversorgung kostet und welche Leistungen sie beinhaltet, hängt von der jeweiligen Einrichtung ab. Viele BewohnerInnen möchten die Sicherheit haben, auch im Notfall versorgt zu sein. Deshalb sollte vorab grundsätzlich geklärt werden, ob in der Einrichtung ein Ansprechpartner rund um die Uhr zur Verfügung steht oder nicht. Man muss die Verträge also genau lesen und die jeweiligen Angebote miteinander vergleichen. Damit sind viele SeniorInnen jedoch häufig überfordert. Schon mancher Bewohner erlebte deshalb böse Überraschungen, weil die Kosten höher als erwartet ausfielen.

Fazit:
Für SeniorInnen, die nicht pflegebedürftig sind, kann das Betreute Wohnen eine sinnvolle Wohnform sein. Häufig werden in entsprechenden Einrichtungen auch unterhaltsame Angebote gemacht, die man wahrnehmen kann, aber nicht muss. Die Wahrscheinlichkeit zu vereinsamen, ist in einer Betreuten Wohnanlage somit geringer als in der eigenen Wohnung. Mögliche Alternativen sind das Betreute Wohnen zu Hause, Mehrgenerationenhäuser, Quartierskonzepte oder Seniorengenossenschaften.

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Generationenhaus

Dem Generationenhaus schwebt das Ideal der guten alten Großfamilie vor. Menschen aller Altersgruppen leben unter einem Dach und unterstützen sich gegenseitig. Das Interesse an diesem Wohnprojekt ist außerordentlich groß.

Mehrgenerationenhaus © Syda Productions, fotolia.com
Mehrgenerationenhaus © Syda Productions, fotolia.com

Vorteile:
In einem Generationenhaus haben alle ihre eigene abgeschlossene Wohnung. Trotzdem ist niemand allein. Wie in einer Familie ist einer für den anderen selbstverständlich da. Doch es geht nicht nur um gegenseitige Hilfe und Unterstützung. Es wird auch zusammen gefeiert und viel gemeinsam unternommen. Jeder bringt sich ein nach seinen Fähigkeiten. Wer nicht mehr im Berufsleben steht und möglicherweise selbst keine eigene Familie hat, findet hier seine Ersatzfamilie und eine neue Aufgabe.

Nachteile:
Wie die liebe Familie, so kann auch das Generationenhaus anstrengen und enttäuschen, nämlich dann, wenn die persönlichen Erwartungen nicht der Realität angepasst werden. Je unterschiedlicher die Menschen sind, desto größer können die Probleme im Zusammenleben sein. Allerdings gibt es in Generationenhäusern eine neutrale Person, die als Schlichter angerufen werden kann. Für Menschen, die nicht bereit sind, sich selbst für eine Gemeinschaft zu engagieren, ist das Prinzip Geben und Nehmen ebenfalls ein Nachteil, der berücksichtigt werden sollte.

Fazit:
Viele SeniorInnen fühlen sich zu jung, um nur mit ihrer eigenen Generation zusammenzuleben. Sie möchten auch jüngere Menschen um sich haben. Wer tolerant, offen und kontaktfreudig ist, für den ist das Generationenhaus eine echte Alternative zu herkömmlichen Wohnformen im Alter. Wer allerdings nie ein Familienmensch war, wird auch mit dem Generationenhaus Probleme haben.

Senioren-Wohngemeinschaften

Hierbei muss man grundsätzlich unterscheiden zwischen Senioren-WGs für rüstige Ältere und solche für pflegebedürftige Senioren. Letzteres ist eine gute Alternative zum Pflegeheim, da es dort sehr viel familiärer zugeht und obendrein deutlich günstiger als der Heimaufenthalt ist.

Wer noch fit und mobil ist und sich entschließt, mit anderen SeniorInnen eine WG oder Hausgemeinschaft zu gründen, sollte vorab mit den anderen klären, wie es im Falle der Pflegebedürftigkeit weitergehen soll.

Gemeinsam mehr erreichen © goodluz, fotolia.com
Gemeinsam wohnen und leben © goodluz, fotolia.com

Vorteile:
Hat man das nötige Kleingeld und kann sich mit anderen Gleichgesinnten ein Haus mit abgeschlossenen Wohneinheiten leisten, lässt sich auf elegante Weise Nähe und Distanz verbinden. Aber auch wer sich eine gemeinsame Wohnung teilt, profitiert von der Verbindlichkeit einer frei gewählten Gemeinschaft. Niemand muss mehr allein sein. Außerdem lassen sich kräftig Kosten sparen, weil Miete und Nebenkosten durch alle geteilt werden.

Nachteile:
Häuser mit mehreren abgeschlossenen Wohnungen müssen normalerweise gekauft oder erst gebaut werden. Beides ist teuer und setzt zahlungskräftige Senioren voraus. Mieten mehrere SeniorInnen eine gemeinsame Wohnung, dann werden Küche, Bad und Gemeinschaftsräume von allen benutzt. Wer ein Leben lang in seinen eigenen vier Wänden schalten und walten konnte wie er wollte, tut sich in einer WG meist schwer. Zumindest ist dieser Zustand gewöhnungsbedürftig und kann für Konflikte sorgen, wenn die BewohnerInnen unterschiedliche Vorstellungen von Ordnung und Sauberkeit haben.

Fazit:
Überzeugte EinzelgängerInnen werden in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt – gleich welcher Art – nicht recht glücklich. Senioren-WGs sind nur etwas für gesellige Zeitgenossen.

Leben im Ausland

Immer mehr Ältere träumen davon, im Ausland zu leben. Aber auch das hat – wie alles – zwei Seiten.

Reisen hält jung © aletia2011, fotolia.com
Leben im Ausland © aletia2011, fotolia.com

Vorteile:
Das Gefühl, sich dauernd im Urlaub zu befinden, kann ungemein belebend und abenteuerlich sein. Mildes Klima und/oder eine Natur, die den eigenen Idealvorstellungen entspricht, weckt die Lebensgeister und kann ein völlig neues Lebensgefühl vermitteln. Je nach Land sind die Lebenshaltungskosten günstiger als in Deutschland. Unter bestimmten Umständen kann sogar die Pflege im Ausland deutlich billiger und menschlich zugewandter sein als hierzulande.

Nachteile:
Wer im Ausland mit anderen Deutschen unter sich bleibt und wie im Urlaub lebt, kommt auf Dauer im fremden Land nicht klar. Gerade im Ausland ist ein gut funktionierendes soziales Netz wichtig. Wenn der Partner stirbt, kommt es im fremden Land oft zu besonders schlimmer Vereinsamung. Oft ist dann auch im Heimatland der Kontakt zu früheren Weggefährten abgebrochen. Menschen, die zudem nicht bereit sind, die fremde Sprache zu erlernen, werden schon bald mit den Tücken des Alltags zu kämpfen haben, die im Urlaub nicht weiter ins Gewicht fallen – im Langzeitaufenthalt aber sehr wohl.

Fazit:
Für kontaktfreudige, neugierige, interessierte und finanziell abgesicherte Menschen ist das (Rentner-)Leben im Ausland eine feine Sache. Allerdings sollte man auf jeden Fall die fremde Sprache erlernen und sich den Weg zurück jederzeit offenhalten. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, müssen sämtliche finanzielle Risiken und Absicherungen wohl überlegt werden.

Senioren- und Pflegeheim

Ob Senioren-, Alten- oder Pflegeheim – im Grunde meinen alle Begriffe heute dasselbe. Das klassische Senioren- oder Altenheim war früher Rückzugsort für ältere Menschen, die noch nicht pflegebedürftig waren. Durch Alternativ-Angebote wie beispielsweise Betreutes Wohnen und Wohnen Daheim ist diese Einrichtung jedoch in ihrer Reinform kaum noch zu finden. Bestenfalls mieten gut betuchte RentnerInnen ein Zimmer in einer Seniorenresidenz an. Ansonsten kann man davon ausgehen, dass SeniorInnen, die heute ein Seniorenheim beziehen, schon pflegebedürftig sind Deswegen stellen wir diese Wohnform auch ganz ans Ende dieser Liste, da sich unsere Seite in erster Linie an Menschen richtet, die noch weitgehend mobil sind und diese Mobilität auch erhalten wollen. Doch genau dieser Zustand kann sich schnell ändern. Wer heute noch mobil ist, kann schon morgen ein Pflegefall sein.

Pflege im Altenheim © Kzenon, fotolia.com
Pflege im Altenheim © Kzenon, fotolia.com

Vorteile:
Pflegebedürftige Personen werden rund um die Uhr von Pflegepersonal betreut und versorgt. Der Tagesablauf ist geregelt und die Kosten festgelegt. Je nach Pflegestufe wird ein Teil der Kosten von der Pflegekasse übernommen. Abhängig von der Schwere der Pflegebedürftigkeit können die Bewohnerinnen auch noch verschiedene Angebote wahrnehmen, die von der Einrichtung organisiert werden.

Nachteile:
Die feste Struktur beschneidet die persönliche Freiheit. Bürokratie und Personalmangel lassen kaum Raum für menschliche Zuwendung. „Satt und sauber“ reicht vielen Menschen aber nicht. Wer wenig Besuch von außen erhält, kann sich schnell einsam fühlen, obwohl er rund um die Uhr betreut wird. Ein weiterer Nachteil sind die hohen Kosten. Ein Heimaufenthalt kostet zwischen 3000 und 5000 Euro im Monat. Diese Kosten werden von der Pflegekasse nicht vollständig gedeckt. Wenn die Rente nicht ausreicht, muss der Staat einspringen. Die Höhe der Heimkosten sagt auch nichts darüber aus, wie gut die Bewohner versorgt werden. Wohl dem, der beizeiten eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen hat.

Fazit:
Tatsächlich gibt es Fälle, in denen ein Pflegeheim die beste Lösung für den älteren Menschen ist. Manche landen aufgrund einer akuten Notsituation im Pflegeheim. Klassisches Beispiel: Der Schlaganfallpatient, der zuerst im Krankenhaus behandelt wird und dann – sobald es ihm besser geht – ins Pflegeheim gebracht wird, da er für das Krankenhaus nun zu gesund ist, aber zu krank, um allein zu bleiben. Nicht jeder hat Angehörige, die bereit sind, die Pflege zu übernehmen. Eine Alternative kann eine Senioren-WG für Pflegebedürftige sein.

Allerdings sollten sich niemand im Falle des Falles unter Druck setzen lassen. Der nächst beste freie Heimplatz ist nicht unbedingt der Richtige. Ein Minimum an Information über die Einrichtung sollten Sie einholen bzw. von einer Person Ihres Vertrauens einholen lassen. Einen ersten und raschen Überblick über freie Heimplätze in Ihrer Region und weitere hilfreiche Informationen verschafft Ihnen die unabhängige „Weisse Liste

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