Senioren-WG

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Der frühere Bremer Bürgermeister Henning Scherf hat schon vor mehr als 25 Jahren eine Senioren-Wohngemeinschaft ins Leben gerufen und damit viele ältere Menschen zur Nachahmung angeregt. Zum Zeitpunkt der Gründung waren er und seine MitstreiterInnen nicht einmal 50 Jahre alt. Eine kluge Entscheidung. Alternative Wohnwünsche sollten nicht auf die lange Bank geschoben werden. Denn gerade das gemeinschaftliche Wohnen erfordert von allen Beteiligten eine gewisse Flexibilität.

Willkommen in der WG © Heidi Mehl, fotolia.com
Willkommen in der WG © Heidi Mehl, fotolia.com

Wer schon als StudentIn positive WG-Erfahrungen gemacht hat, kann sich auch als älterer Mensch mit dieser Wohnform anfreunden. Wer aber schon damals nicht begeistert davon war, seine Wohnung teilen zu müssen, wird sich in reiferen Jahren erst recht nicht darauf einlassen wollen.

Erfahrungsgemäß entscheiden sich vor allem alleinlebende Frauen für eine Senioren-WG. Viele befürchten, mit zunehmendem Alter zu vereinsamen oder im Notfall völlig auf sich allein gestellt zu sein. Solange Sie Ihren Alltag noch selbstständig bewältigen können und ein entsprechendes Maß an Toleranz mitbringen, kann die WG tatsächlich eine ideale Lösung für Sie sein. Vorbei die Zeiten, in denen Sie Ihre Mahlzeiten allein einnehmen mussten. Es ist immer jemand da, mit dem Sie sich austauschen können.

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Vorher gründlich prüfen

Und wie zu Unizeiten ist es auch im Alter günstiger, sich eine Wohnung zu teilen als die Miete allein aufbringen zu müssen. Allerdings sollten Sie sich die Leute, mit denen Sie zusammenziehen möchten, genau unter die Lupe nehmen. Idealerweise kennen Sie sich schon länger und gründen gemeinsam eine WG. Wenn sich eine Gruppe neu zusammenfindet, müssen Sie prüfen, ob Sie sich verstehen und ob Sie von der Persönlichkeitsstruktur her zueinander passen. Wenn die Gewohnheiten stark voneinander abweichen, kann das Zusammenleben schnell zur Qual werden. Wer pingelig ist und sich tagtäglich mit unordentlichen MitbewohnerInnen auseinandersetzen muss, wird in einer WG nicht glücklich werden.

In einer Wohngemeinschaft haben alle MitbewohnerInnen ein eigenes Zimmer – ihren ganz privaten Rückzugsort. Küche, Bad und eventuell auch ein Wohnzimmer werden gemeinsam genutzt. Das ist nicht jedermanns Sache. Wer es sich leisten kann, macht es daher wie Henning Scherf und gründet eine Hausgemeinschaft. Diese können unter Umständen in Form von Projekten subventioniert werden. Darin hat jeder seine eigene, abgeschlossene Wohnung mit eigenem Bad. Eine eigene Küche kann, muss aber nicht sein. Gemeinsam kochen macht Spaß und kann für die Gruppe ungemein bereichernd sein. Darüber hinaus stehen weitere Gemeinschaftsräume zur Verfügung, in denen sich die WGler treffen und aufhalten können. Wichtig ist, dass der Zusammenhalt gewahrt bleibt und dass sich alle umeinander kümmern.

Anders als in Studenten-WGs stellt sich in einer Senioren-WG irgendwann auch die Frage, was mit den MitbewohnerInnen im Pflegefall geschieht. Sinnvollerweise sollten auch die unangenehmen Themen vor Gründung oder Eintritt in die WG besprochen werden. Dann lässt sich die Gemeinschaft mit gleichaltrigen SeniorInnen genießen.

Auch pflegebedürftige Personen können sich in einer Betreuten Senioren-WG zusammenschließen. Solche Wohngemeinschaften werden häufig von Wohlfahrtsverbänden gegründet und speziell ausgebildeten Pflegekräften begleitet. Ansonsten unterscheiden sie sich nicht von anderen Wohngemeinschaften. Wie das aussieht, zeigt ein kleiner Film der Caritas:

Tipp: In seinem Buch „Grau ist bunt. Was im Alter möglich ist“, beschreibt Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister von Bremen, seine Erfahrungen in Deutschlands berühmtester WG. Als Anregung sehr zu empfehlen

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