Seniorengenossenschaft

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„Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele“. Mit diesen Worten hat Friedrich Wilhelm Raiffeisen, einer der Gründerväter der Genossenschaften, die genossenschaftliche Idee beschrieben. Der Gedanke breitete sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus. In der Landwirtschaft, im Bankwesen, im Handel und im Wohnungsbau haben Genossenschaften seit über 150 Jahren Tradition.

Gemeinsam mehr erreichen © goodluz, fotolia.com
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Genossenschaften stehen auf drei Säulen:

  • Selbsthilfe
  • Selbstverwaltung
  • Selbstverantwortung

Nicht die Unterstützung von außen, sondern das Vertrauen in die eigene Kraft ist das, was Genossenschaften von anderen Rechtsformen unterscheidet. Eine Genossenschaft kommt dann zustande, wenn sich mindestens drei Mitglieder (Genossen) freiwillig mit dem Ziel zusammenschließen, die gemeinsamen Interessen der Mitglieder zu fördern und durch die Aktivitäten dafür zu sorgen, dass jedes Mitglied einen Nutzen aus der Genossenschaft ziehen kann. Das ist ein deutlicher Unterschied zu anderen Unternehmensformen. Nicht die Kapitalvermehrung steht im Vordergrund, sondern die gegenseitige Förderung der Mitglieder. Ganz ohne Geld geht es allerdings auch bei Genossenschaften nicht. Das Kapital wird von den GenossInnen zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu anderen Unternehmensformen gilt in Genossenschaften das demokratische Prinzip. Jedes Mitglied hat eine Stimme – unabhängig von der Höhe der Kapitaleinlage. Ein genossenschaftliches Unternehmen setzt auf das Identitätsprinzip. Die Mitglieder sind idealerweise zugleich Inhaber und Kunde, Träger und Nutzer oder auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

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Soziale Aspekte

In den vergangenen Jahren hat die Genossenschaftsidee ein Comeback erlebt. Das liegt auch an der Gesetzesnovelle, die 2006 in Deutschland in Kraft trat. Seitdem können Genossenschaften auch für soziale und kulturelle Zwecke gegründet werden. Seither wurden viele Seniorengenossenschaften gegründet mit der Absicht, sich in der alltäglichen Lebensgestaltung zu unterstützen.

Insgesamt 220 Seniorengenossenschaften soll es bundesweit inzwischen geben. Schaut man genauer hin, erkennt man allerdings, dass es sich nur bei einer verschwindenden Minderheit tatsächlich um eine „echte“, also eingetragene Genossenschaft handelt. Die meisten so genannten „Seniorengenossenschaften“ sind als Verein organisiert. Das hat schon allein damit zu tun, dass sich die ersten Seniorengenossenschaften schon Anfang der 1990er Jahre bildeten, zu einem Zeitpunkt also, der vor der Gesetzesnovelle lag. Damals brachte der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth die Idee der Seniorengenossenschaft aus den USA mit. Wie in vielen anderen alternativen Wohnformen, geht es auch hier darum, möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben zu können.

Vorreiter: Seniorengenossenschaft Riedlingen

Über zehn Projekte entstanden auf Späths Anregung in den 90er Jahren allein in Baden-Württemberg. Die rührigste und bekannteste ist zweifellos die „Seniorengenossenschaft Riedlingen“. Nach 25 Jahren ist sie inzwischen Trägerin von zwei Wohnanlagen mit 68 barrierefreien Wohnungen, zwei Tagespflegestätten, eine davon für Menschen mit Demenz. Die Organisation bietet ferner einen Essensservice und eine Telefonbereitschaft rund um die Uhr an. Die Mitglieder helfen in Haus und Garten, kümmern sich um Pflegebedürftige, kaufen ein, leisten Gesellschaft, begleiten bei Spaziergängen oder ins Theater.

In allen Seniorengenossenschaften arbeiten die Mitglieder auf freiwilliger Basis. Ihre Leistungen können sie auf einem Zeitkonto gutschreiben lassen, von dem sie später selbst abbuchen lassen können, wenn sie eines Tages selbst Hilfe benötigen. Alternativ können sie sich auch eine geringe Aufwandsentschädigung auszahlen lassen. In Riedlingen sind das etwa 7,50 Euro pro Stunde. Wer Hilfe anfordert, bezahlt etwas mehr. Eine Stunde putzen kostet beispielsweise 9,50 Euro. Die Differenz wandert in die Kasse der Seniorengenossenschaft, damit sie ohne Hilfe von außen wirtschaftlich über die Runden kommt.

Ob „echte“ oder „unechte“ Seniorengenossenschaft – das wichtigste genossenschaftliche Prinzip, das der gegenseitigen Unterstützung, die auf Verbindlichkeit hin angelegt ist, verfolgen sie alle. Die Leistungen sind kostengünstig. Dass sie nicht gänzlich umsonst angeboten werden, macht die Seniorengenossenschaft für viele ältere Menschen attraktiver als die Nachbarschaftshilfe. Denn häufig scheuen sich ältere Menschen, kostenlose Hilfen anzunehmen. Allerdings sollte es nicht nur darauf hinauslaufen, kostengünstige Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Jedes Mitglied sollte sich überlegen, in welcher Form es selbst seine Fähigkeiten einbringen und dadurch zum Gemeinwohl beitragen kann.

Links, Fotos etc.:

Tipp: Das Buch Seniorengenossenschaften: Organisierte Solidarität von Thomas Beyer (Hrsg.) informiert ausführlich über das Zukunftsmodell Seniorengenossenschaften.
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