Abschied vom chronologischen Alter

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Abschied vom „chronologischen“ Alter

Je intensiver sich die Experten mit Altersbildern und Alterskategorien beschäftigen, umso mehr kommen sie zu dem Ergebnis, dass sich das Alter nicht klar definieren lässt. Einig ist man sich inzwischen aber darüber, dass sich die Idee vom chronologischen Alter nicht länger aufrechterhalten lässt. Alter ist relativ und vor allem subjektiv.

Fahrrad fahren hält fit © Halfpoint, fotolia.com
Jung gebliebenes Paar © Halfpoint, fotolia.com

Kalendarisches Alter

Am einfachsten ist es natürlich, die Menschen anhand ihres Geburtsdatums in eine bestimmte Altersschublade zu stecken: Je länger ein Mensch gelebt hat, umso älter ist er. Dieses kalendarische Alter hat allerdings einen Haken. Viele Menschen fühlen sich jünger, manche jedoch auch älter, als es der tatsächlichen Anzahl ihrer Lebensjahre entspricht. Es macht daher Sinn, die einzelnen Altersphasen nicht am Kalender festzumachen, sondern an den verbliebenen Kompetenzen, die der alternde Mensch in den unterschiedlichen Funktions- und Lebensbereichen noch hat. Seit den achtziger Jahren interessieren sich die Gerontologen daher mehr für das funktionale Alter – mit dem Ziel, das Altern eher als Entwicklungsprozess und nicht als unausweichliches Übel zu betrachten.

Funktionales Alter

Das funktionale Alter berücksichtigt die biologischen, sozialen und die psychischen Fähigkeiten des alternden Menschen. Unter diesem Aspekt ist weniger das Geburtsdatum entscheidend als die Frage, inwieweit der alternde Mensch noch in der Lage ist, seinen Alltag zu bewältigen.

Das funktionale Alter lässt sich lebenslang positiv und negativ beeinflussen. War man beispielsweise früher fest davon überzeugt, dass die Lernfähigkeit mit zunehmendem Alter abnimmt, so machen die Ergebnisse der aktuellen Intelligenz- und Kognitionsforschung deutlich, dass gesunde Erwachsene bis weit ins hohe Alter noch Lernaufgaben bewältigen können. Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sind also nicht unbedingt eine Frage des kalendarischen, sondern des biologischen Alters.

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Biologisches Alter

Der biologische Alterungsprozess zeigt sich besonders deutlich am äußeren Erscheinungsbild des Menschen: Die Haut verliert ihre Spannkraft und wird faltig, die Beweglichkeit lässt nach, chronische gesundheitliche Beeinträchtigungen nehmen zu. Doch wie schnell unsere Körperzellen und Organe altern, hängt von unseren Genen und von unseren Lebensumständen ab. Ernährung, Stressresistenz und Fitness spielen dabei eine große Rolle. Wer sein Leben lang Sport getrieben hat, kann mit sechzig Jahren noch mehr Kraft und Ausdauer haben, als ein untrainierter Dreißigjähriger. Genauso gibt es Menschen, die mit siebzig Jahren geistig leistungsfähiger sind als so mancher Mittvierziger.

Soziales Alter

Ob ein Mensch als alt oder jung eingeschätzt wird, hängt auch von der Rolle ab, die er in der Gesellschaft zu spielen hat. In einem sozialen Umfeld, in dem sich der Mensch weitgehend über seine Arbeit definiert, fühlen sich viele überflüssig, sobald sie nicht mehr imstande sind, Leistungen zu erbringen, die von anderen anerkannt werden. Sich alt und damit wertlos zu fühlen, hinfällig und hilfsbedürftig zu werden, ist umso schwieriger für Menschen, die lange selbstbestimmt gelebt haben.

Das soziale Alter orientiert sich an der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Wenn zum Beispiel die 35-jährige Tochter eines Firmenchefs den väterlichen Betrieb übernimmt, wird sie beim Personal als ausgesprochen jung gelten. Als Leistungssportlerin wäre sie jedoch schon zu alt.

Das Problem ist, dass die sozialen Altersgrenzen von unserer Gesellschaft vielfach als natürliche Altersgrenzen missverstanden werden. Dass man erst im Alter von achtzehn Jahren das Wahlrecht ausüben darf, bedeutet ja nicht, dass ein Siebzehnjähriger nicht auch schon in der Lage wäre, einer Partei seine Stimme zu geben. Umgekehrt ist man nicht automatisch senil und arbeitsunfähig, nur, weil man das Rentenalter erreicht hat.

Psychisches Alter

„Man ist so alt wie man sich fühlt“ – dieser Satz veranschaulicht, was mit dem Begriff vom so genannten psychischen Alter gemeint ist. Nichts scheint jedoch schwieriger als das eigene Alter zu beurteilen. Sind wir mit jüngeren Menschen zusammen, halten wir uns für alt; umgekehrt bewirkt die Anwesenheit älterer Menschen, dass wir uns als jung betrachten.

Dass auch die psychische Verfassung maßgeblichen Einfluss auf die Lebensqualität im Alter hat, zeigt eine Berliner Altersstudie. Demnach haben Menschen mit einer zufriedenen und optimistischen Grundhaltung eine dreifach höhere Chance, ein längeres Leben zu führen als Menschen, die über schlechtere psychische Ressourcen verfügen. Das mag nicht sonderlich überraschen. Schließlich ist seit langem bekannt, dass sich eine positive Lebenseinstellung günstig auf das Immunsystem und somit auf die Gesundheit auswirkt.

Wer dem Alter die schönen Seiten abgewinnen kann, sieht in der letzten Lebensphase eine Chance, die eigene Persönlichkeit voll entfalten und mit dem vorhandenen Potential neue, ungewohnte Wege beschreiten zu können. Menschen, die ihr Alter nicht passiv erdulden und als unausweichliches Schicksal betrachten, sind davon überzeugt, dass sie ihre Zukunft und damit ihre eigene Lebenssituation selbst positiv beeinflussen können. Sie sind unternehmungslustig und vielseitig interessiert. Das fällt allerdings umso leichter, je besser es um das finanzielle Polster bestellt ist.

Traditionelles Altersbild bröckelt

Nach wie vor wird das Alter mit einem bestimmten Verhaltenskodex verknüpft. Und das stimmt ausgesprochen bedenklich. Denn dieser Kodex definiert klare Erwartungen, die innerhalb einer sozialen Gruppe an den älteren Menschen gerichtet werden. Der Achtzigjährige, der auf Rollschuhen durch den Stadtpark fährt und offensichtlich Freude an dieser Art der Fortbewegung hat, löst bei den meisten Menschen Kopfschütteln aus, und das nicht nur, weil er es wagt, ohne Knieschützer zu fahren. Viele haben nämlich immer noch eine ziemlich klare Vorstellung davon, was „man“ im Alter tut und was nicht.

Für den älter werdenden Menschen ist es sehr schwierig, zwischen fremden Erwartungen und persönlichen Vorstellungen seinen eigenen Weg zu finden. Zwar beginnt das traditionelle Altersbild allmählich zu bröckeln, doch die Ansichten, die uns geprägt haben, beeinflussen die Lebensqualität im Alter weit mehr als man denkt. Im Hinblick auf eine immer älter werdende Gesellschaft müssen wir unsere verinnerlichten Altersbilder und Altersklischees dringend korrigieren.

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