Tipps für Radfahrer

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Kann man als älterer Mensch sicheres Radfahren üben?

Wie das Zu-Fuß-Gehen ist auch das Radfahren eine gesunde und kostengünstige Möglichkeit, um von A nach B zu gelangen. In der Großstadt kommt man mit dem Rad oft sogar schneller voran als mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Als Radfahrer immer wachsam Verkehr beobachten © Dan Race, fotolia.com
Als Radfahrer immer wachsam den Verkehr beobachten © Dan Race, fotolia.com

Die meisten älteren RadfahrerInnen sind vorsichtig und gehen kein großes Risiko ein. Allerdings machen sie mehr schwere Fahrfehler als jüngere Personen. Probleme gibt es oft an größeren Kreuzungen und beim Linksabbiegen. So erhöhen Sie Ihre eigene und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer:

  1. Geeignetes Fahrrad
    Wenn Sie Ihren alten Drahtesel aus dem Keller holen, unterziehen Sie ihn einer gründlichen Prüfung. Wie lange ist es her, dass Sie damit gefahren sind? Kommen Sie noch gut damit klar? Oder wäre es nicht besser, sich ein neues, seniorengerechtes Fahrrad mit niedrigem Durchstieg zu besorgen, vielleicht sogar eines mit elektrischem Antrieb? Überprüfen Sie die Bremsen und die Gangschaltung. Wenn Sie sich nicht selbst gut genug damit auskennen, lassen Sie den Check-up von einem Fachhändler machen. Er kann Ihnen auch sagen, ob Sattel und Lenker richtig eingestellt sind. Nur wenn das Rad zu Ihnen passt, werden Sie es auch regelmäßig nutzen. Ansonsten fühlen Sie sich unsicher und das erhöht die Unfallgefahr.

  2. Nie oben ohne
    Soviel vorweg: FahrradfahrerInnen sind nicht verpflichtet, einen Helm zu tragen. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Helme die Zahl der Kopfverletzungen nach einem Unfall reduzieren. SeniorInnen sind besonders unfallgefährdet, da sie nicht mehr so beweglich sind wie jüngere Leute. Außerdem lässt die Reaktionsfähigkeit mit steigendem Alter nach. Wenn nach einem Unfall der Kopf auf die Straße prallt, wirkt der Helm wie ein Stoßdämpfer. Helme sollten keinesfalls im Discounter, sondern beim Fachhändler gekauft werden. Ein schlecht sitzender Helm schadet nämlich mehr als er nützt.

  3. Trainieren
    Möglicherweise ist es schon ein paar Jahre her, dass Sie regelmäßig mit dem Rad unterwegs waren. Zwar heißt es, dass man das Fahrradfahren nicht verlernt, aber es dauert doch eine Weile, bis man sich wieder einigermaßen sicher fühlt. Beginnen Sie abseits des Straßenverkehrs in einer ruhigen Umgebung. Üben Sie das Auf- und Absteigen und das Bremsen. In den Stadtverkehr sollten Sie sich erst dann wagen, wenn Ihnen das Radfahren wieder in Fleisch und Blut übergegangen ist.

  4. Witterung einkalkulieren
    Auch unter älteren Menschen gibt es RadfahrerInnen, denen kein Wetter zu schlecht ist, um in die Pedale zu treten. Das ist bewundernswert und gut für den Umweltschutz. Aber Eis und Schnee können zu schweren Stürzen führen, vor allem, wenn ihr Rad mit Einkäufen beladen ist. Wenn Sie ins Rutschen kommen, ist es schwer, die Balance zu halten.

  5. Gehwege sind keine Radwege
    Ältere Personen fühlen sich im Stadtverkehr häufig unsicher. Deshalb fahren viele mit ihrem Rad auf Gehwegen, um die Gefahren der Straße zu meiden. Das tun jüngere Leute zwar auch, doch es ändert nichts daran, dass das Radfahren auf den Gehwegen laut Straßenverkehrsordnung verboten ist. Ausgenommen sind Kinder bis zu zehn Jahren. Durch das Radfahren können Fußgänger behindert oder sogar gefährdet werden.

  6. Auf der richtigen Seite fahren
    Ältere RadfahrerInnen vermeiden es, stark befahrene Straßen zu überqueren. Aus diesem Grund nutzen sie lieber den Radweg auf der linken Straßenseite, was definitiv illegal ist. Als „Geisterfahrer“ fahren Sie gegen die Fahrtrichtung und provozieren so einen Unfall. Wenn Sie sich unsicher fühlen, mit dem Rad eine Straße zu überqueren, steigen Sie ab und schieben Ihr Gefährt.

  7. Vorsicht an Fußgängerüberwegen
    An Zebrastreifen müssen Radfahrer den Fußgängern Vortritt lassen. Achten Sie auch an Ampelanlagen darauf, keine Fußgänger zu gefährden. Viele RadfahrerInnen ignorieren die Rotphase der Ampel häufig und fahren einfach weiter. Das ist gerade dann der Fall, wenn neben der Straße ein Radweg verläuft, für den die Rotphase jedoch genauso gilt wie für die Autofahrer. Halten Sie an, sobald die Ampel auf Rot steht. So vermeiden Sie, dass Fußgänger zu Schaden kommen, die auf die Straße treten, weil die Ampel für sie grün ist.

  8. Sicherheit beim Linksabbiegen
    Viele Unfälle mit älteren RadfahrerInnen passieren beim Linksabbiegen. Trainieren Sie diese hohe Kunst an wenig befahrenen Stellen und möglichst zu Zeiten, in denen nicht viel Verkehr herrscht. Eigentlich ist das Linksabbiegen gar nicht so schwer. Sie müssen nur ein paar Regeln verinnerlichen:

    Sie fahren – wie es sich gehört – am rechten Fahrbahnrand. Etwa 50 Meter, bevor Sie abbiegen wollen, blicken Sie über die linke Schulter nach hinten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Verkehrslage. Dann strecken Sie den linken Arm zur Seite, damit die Autofahrer hinter Ihnen wissen, dass Sie die Spur wechseln wollen. Kurz bevor Sie sich in der Mitte der Straße einordnen, werfen Sie erneut einen Blick nach hinten. Vergewissern Sie sich, dass niemand sich anschickt, Sie zu überholen. Warten Sie an der Straßenmitte den Gegenverkehr ab. Wenn die Straße frei ist, geben Sie nochmal kurz mit Ihrem linken Arm zu erkennen, dass Sie abbiegen wollen. Dann fahren Sie in sauberem Bogen in die Nebenstraße, so dass Sie dort am rechten Fahrbahnrand ankommen.

Hinweis: Sie müssen keinesfalls während des gesamten Abbiegevorgangs den Arm ausstrecken! Das könnte dazu führen, dass Sie das Gleichgewicht verlieren und zu Fall kommen. Es reicht, wenn Sie rechtzeitig und eindeutig Ihre Absicht ankündigen.
  1. Bleiben Sie beweglich
    Gerade beim Linksabbiegen wird deutlich, dass Radfahren eine gute Beweglichkeit erfordert. Viele ältere Menschen haben jedoch ein steifes Kreuz. Dann ist es schwer, sich umzudrehen. Also lässt man es und hofft, dass nichts passiert. Doch das kann fatale Folgen haben. Mit gezielter Gymnastik können Sie Bewegungseinschränkungen vorbeugen und bestehende Mobilisationsmängel verbessern.
Fahrrad Fahrschule © Christoph Rasch, ADFC
Fahrrad Fahrschule des ADFC © Christoph Rasch, ADFC
Tipp: Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) bietet ein Sicherheitstraining für Radfahrer an. Auf der folgenden Seite erfahren Sie, ob auch in Ihrer Umgebung ein Kurs stattfinet: http://www.adfc-radfahrschule.de/adfc-radfahrschulen.html

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