Fahrtauglich bleiben

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So bleiben Sie fahrtauglich

Niemand lebt für sich allein. Wer Auto fährt, trägt nicht nur Verantwortung für sich, sondern auch für andere Menschen. Jeder sollte sich so verhalten, dass weder er selbst noch andere zu Schaden kommen. Der Alterungsprozess ist ein ganz natürlicher Vorgang. Hier erfahren Sie, was Sie tun können, um möglichst lange aktiv im Auto unterwegs zu sein.

Fahrsicherheitstraining © animaflora, fotolia.com
Fahrsicherheitstraining © animaflora, fotolia.com

Zugegeben, es ist nicht sehr angenehm, von seinen engsten Angehörigen darauf angesprochen zu werden, dass die eigenen Fahrkünste nicht mehr so vertrauenerweckend sind wie früher. Noch schwieriger ist es, sich selbst einzugestehen, dass der Verkehr einen deutlich stärker belastet.

Tipp: Gibt es Menschen in Ihrem Umfeld, denen Sie vertrauen? Einen Freund, eine Freundin, die Ihre Situation wohlwollend und zugleich weitgehend objektiv beurteilen können? Vielleicht erklärt sich der eine oder die andere zu ein paar Spritztouren bereit. Hinterher können sie Ihnen dann ehrlich sagen, ob sie sich mit Ihnen sicher gefühlt haben oder nicht. Seien Sie offen für mögliche Kritik und nehmen Sie diese nicht persönlich.

Scheuen Sie auch nicht den Gang zu Ihrem Hausarzt. Er wird Ihnen sagen, ob bestimmte Krankheiten oder auch Medikamente die Fahrtauglichkeit negativ beeinflussen. Gegebenenfalls kann er Sie an Fachärzte überweisen, z.B. an einen Internisten, Orthopäden, Neurologen, Augen- oder HNO-Arzt. Manche Probleme lassen sich schon mit wenig Aufwand lösen. Allein die richtige Brille kann große Veränderungen bewirken. So mancher Autofahrer, der sein Leben lang gut gesehen hat, akzeptiert zwar eine Lesebrille, wehrt sich aber gegen eine Dauer-Sehhilfe. Dabei ist schlechtes Sehen für die gesamte Befindlichkeit ausgesprochen anstrengend. Gleitsichtbrillen ermöglichen entspanntes Sehen im Nah- und Fernbereich.

Körperliche Fitness

Jeder kann einiges tun, um den Alterungsprozess zu verzögern oder ihn etwas abzuschwächen. Das Alter bricht nicht plötzlich und unerwartet über uns herein. Wer klug ist, richtet sich schon in jüngeren Jahren darauf ein. Doch auch mit dem Eintritt in den Ruhestand ist es noch nicht zu spät, etwas für seine Gesundheit zu tun.

Autofahren bis ins hohe Alter © highwaystarz, fotolia.com
Autofahren bis ins hohe Alter © highwaystarz, fotolia.com

Überprüfen Sie Ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten:

  • Gestalten Sie Ihren Tagesablauf. Sorgen Sie für interessante und abwechslungsreiche Eindrücke. Wer sich den ganzen Tag nur vom Fernsehen berieseln lässt, leidet an Unterforderung. Unser Gehirn braucht Anregungen. Sie selbst und niemand sonst hat Ihr Leben in der Hand. Sie entscheiden, was Sie daraus machen. Nie zuvor waren die Möglichkeiten auch für ältere Menschen so zahlreich wie heute. Bildung, Reisen, Kunst, Kultur, Kirche, Interessenverbände und gesellschaftliches Engagement – für jeden Typ und jeden Geldbeutel ist etwas dabei.
  • Haben Sie ausreichend Schlaf? Mit zunehmendem Alter sinkt das Schlafbedürfnis. Wälzen Sie sich nicht unnötig nachts im Bett herum und gewöhnen Sie sich nicht an Schlaftabletten. Der Spaziergang am Abend und ein Glas Milch mit Honig sorgen auf natürliche Weise für angenehme Bettschwere. Alternativ gibt es im Handel auch eine große Vielfalt an pflanzlichen Tees mit beruhigender und schlaffördernder Wirkung. Baldrian, Melisse und Hopfen sind altbewährte Hausmittel.
  • Dass Alkohol und Nikotin nicht gerade für ein langes Leben sorgen, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Nikotin verstopft die Gefäße, schädigt Herz, Kreislauf, Lunge und erhöht das Krebsrisiko gewaltig. Gegen das Glas Rotwein oder das Bierchen am Abend ist nichts einzuwenden, solange es bei dieser Größenordnung bleibt. Wenn Sie täglich mehr brauchen, sollten Sie Ihre Trinkgewohnheiten einer kritischen Prüfung unterziehen. Können Sie an mindestens zwei Tagen in der Woche ganz und gar auf Alkohol verzichten? Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Alkohol Sie kontrolliert anstatt umgekehrt, sollten Sie etwas unternehmen, um das Problem in den Griff zu bekommen.
  • Bewegung: Autofahren erfordert körperliche und motorische Fähigkeiten. Nicht umsonst halten sich Auto-Rennfahrer mit Sport fit. Sie müssen es nicht übertreiben. Aber regelmäßiges leichtes Ausdauertraining und wohl dosiertes Krafttraining wirken sich ungeheuer positiv auf Ihre Leistungen als AutofahrerIn aus. Spazierengehen, Wandern, Walken, vielleicht auch etwas Joggen sind für viele ältere Menschen noch gut machbar und trainieren die Muskeln in Armen und Beinen. Immer mehr SeniorInnen wissen auch den Nutzen der Fitness-Studios zu schätzen, die überall wie Pilze aus dem Boden schießen. Informieren Sie sich aber vorher, ob dort auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingegangen wird. Auch in vielen Vereinen und Volkshochschulkursen werden Fitnesskurse für Senioren angeboten. Dazu gehören leichte Gymnastik, Wirbelsäulentraining, Ganzkörpermobilisation und Gleichgewichtstraining. Vergessen Sie bei aller Bewegung aber nicht den Humor. Nur wenn Sie Spaß haben, werden Sie auf Dauer mit Ihrem Training fortfahren. Vielleicht halten Sie Ausschau nach Gleichgesinnten, denn gemeinsam geht alles leichter.

Geistige Fitness

Durch regelmäßige Bewegung wird das Gehirn besser durchblutet. Dadurch fällt es dem Menschen leichter, sich besser zu konzentrieren – eine unabdingbare Voraussetzung für das Autofahren. Aber Sie können noch mehr tun, um sich geistig fit zu halten. Kreuzworträtsel und Sudoku sind nicht die schlechteste aller Möglichkeiten, auch wenn sich manche darüber lustig machen. Besser ist es jedoch, ein Training zu wählen, das beide Gehirnhälften aktiviert.

Denn nur, wenn beide Teile zuverlässig funktionieren, sind Sie in der Lage, Informationen gut zu verarbeiten und dementsprechend schnell zu reagieren. Sprachenlernen hält das Gehirn beidseits fit – auch dann, wenn Sie meinen, nicht besonders sprachbegabt zu sein. Durch das Erlernen einer fremden Sprache werden im Hirn viele Verknüpfungen gebildet und durch grammatikalische Strukturen analytische Fähigkeiten geschult. Das fördert auch die Flexibilität im Alltag und beim Autofahren.

Zen-Meditation für Autofahrer

Meditation ist heilsam und bewirkt, dass wir mit Stress-Situationen besser umgehen können. Die Stress-Auslöser sind für jeden unterschiedlich. Aktives Autofahren ist für ältere Menschen – und nicht nur für sie – ein nicht zu unterschätzender Stress-Faktor. Weitgehend unbekannt ist jedoch, dass regelmäßige Meditationspraxis auch positive Auswirkungen auf das Autofahren hat. Meditation führt zum Urgrund des Seins und zu mehr Achtsamkeit.

In unserer hektischen Welt haben die meisten Menschen verlernt, was es heißt, achtsam zu sein. Sie denken beim Essen schon ans Arbeiten und beim Arbeiten schon ans Schlafen. Dazu kommt die ständige Reizüberflutung mit allen möglichen Informationen dank Internet, Handy & Co. Nicht nur Schüler leiden deshalb unter erheblichen Konzentrationsmängeln. Auch ältere Menschen schaffen es kaum noch, sich auf das zu konzentrieren, was sie im Moment gerade tun.

Hinweis: Meditation ist nicht vom Lebensalter abhängig. Es gibt viele verschiedene Meditationstechniken. Manche sind – wie beim Yoga – eher körperorientiert. Was nicht immer jedermanns Sache ist, vor allem, wenn man sein ganzes Leben nicht sonderlich sportlich war. Andere Techniken – wie zum Beispiel die Zen-Meditation – setzt mehr auf Achtsamkeit. Da diese Praxis nicht anstrengend ist, eignet sie sich für Senioren ganz besonders.

Zen-Meditation: So geht‘s:

Zen-Meditation findet im Sitzen statt. Sie müssen sich nicht mit verschränkten Beinen auf den Boden hocken, auch wenn Ihnen das manche Lehrer weismachen wollen. Ältere Menschen haben meist Knie- und Gelenkbeschwerden und deshalb reicht es, wenn Sie aufrecht auf einem Stuhl sitzen. Lassen Sie Ihre Gedanken kommen und gehen. Nehmen Sie sie wahr, ohne sie zu bewerten. Dann richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt – ein Bild, eine Kerze oder auf Ihren Atem. Den haben Sie immer dabei und er ist daher ein idealer Anker für Ihre Meditationsübung. Auch ein Mantra kann hilfreich sein – ein Wort, ein Satz, den Sie immer wieder rezitieren, sobald Sie merken, dass Ihre Gedanken wieder abschweifen wollen. Allerdings sollten Sie nicht weiter über die Bedeutung des Mantras nachdenken. Das wäre kontraproduktiv.

Positive Auswirkungen

Meditation fördert die körperliche und geistige Gesundheit, hat Auswirkungen auf alle Bereiche Ihres Lebens und verbessert die Lebensqualität entscheidend. Ihr Blutdruck wird sich verbessern und möglicherweise brauchen Sie sogar weniger Medikamente. Schon nach kurzer Zeit regelmäßiger Praxis werden Sie auch beim Autofahren merken, dass Sie sich besser konzentrieren können, dass Sie viel mehr wahrnehmen als zuvor und schneller reageren.

Mit Genugtuung werden Sie feststellen, dass Sie viel gelassener und sicherer fahren. Das ist nicht weiter verwunderlich. Meditation spricht beide Gehirnhälften an und lässt die Nervenzellen wachsen. Das beugt der gefürchteten Demenz vor. Die positiven Veränderungen im Gehirn kann man sogar messtechnisch nachweisen. Aber auch hier gilt: Übung macht den Meister. Sie müssen jedoch nicht stundenlang meditieren, damit sich der positive Effekt einstellt.

Viel besser sind mehrere kleinere Meditationseinheiten am Tag. Sogar eine Ein-Minuten-Meditation an der roten Ampel wirkt wahre Wunder. Immer gilt: Tief durchatmen. Den Atem spüren, ihn kommen und gehen lassen, Verspannungen wahrnehmen und zulassen, dass sie sich lösen.

Fahrtraining

Gerlinde ist 63 Jahre alt und wohnt in München. Vor etwa zwei Jahren fing es an: Sie fuhr mit 100 km/h auf der Autobahn – vor ihr eine schier endlose Reihe von Lastwagen. Auf der linken Spur raste ein Auto nach dem anderen an ihr vorbei. Gerlinde betätigte den Blinker, sah eine Lücke und setzte zum Überholen an. Im selben Moment erlitt sie eine Panikattacke. Sie fühlte, wie ihr der Schweiß ausbrach. Das Herz klopfte bis zum Hals. Nie zuvor hatte sie so etwas erlebt. Gerlinde traute sich nicht, auszuscheren und zumindest einige der Trucks zu überholen. Sie blieb auf ihrer Spur, umklammerte fest das Lenkrad und fuhr im Schneckentempo bis zur nächsten Ausfahrt. Seitdem fährt Gerlinde nur noch im Stadtverkehr. Und das, obwohl sie früher immer sehr viel mit dem Auto unterwegs war – auch auf der Autobahn.

Fahrtraining: Hilfsangebote wahrnehmen

So mancher Autofahrer fühlt sich aufgrund mangelnder Fahrpraxis oder verschiedener Beeinträchtigungen im Alter unsicher beim Autofahren. Diese Probleme werden jedoch nur schlimmer, wenn man sie nicht angeht. Es lohnt sich, eine der zahlreichen Sicherheits- und Trainingsangebote in Anspruch zu nehmen. Sie bieten die Möglichkeit, in kleinen Gruppen unverbindlich seine Fahrtauglichkeit testen zu lassen und mithilfe eines Fahrlehrers an den eigenen Schwächen zu arbeiten. Unter den folgenden Links finden Sie weiterführende Informationen:

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