Das Wichtigste in Kürze
- Ein barrierefreies Hotel reicht oft nicht: Prüfen Sie auch Wege, Restaurants und Sehenswürdigkeiten am Urlaubsort.
- In Griechenland sind Akropolis und Akropolis-Museum mit Rollstuhl erreichbar, viele andere Stätten nur eingeschränkt.
- Hilfe bei Flügen und den meisten Schiffsreisen ab der EU ist kostenlos; melden Sie Ihren Bedarf 48 Stunden vor der benötigten Hilfe an.
- Ab Juni 2028 soll ein Europäischer Behindertenausweis in allen EU-Ländern gelten.
Mobilitätsprobleme und Barrierefreiheit im Ausland
Sie haben ein barrierefreies oder zumindest rollstuhlgerechtes Hotel gefunden? Na dann ist ja alles paletti, oder? Leider nicht. Je nachdem, wie Sie sich Ihren Urlaub vorstellen, könnten Sie dennoch enttäuscht werden. Und das ist mitunter dann der Fall, wenn Sie mehr als nur Strandurlaub wollen.
Nicht alle Restaurants sind beispielsweise für Menschen mit Handicap geeignet. Im Sommer, wenn sich das Leben sowieso meist draußen abspielt, ist das oft kein großes Problem – sofern der Weg zum Tisch stufenlos ist. Viele Restaurants haben Tische im Freien und dort finden auch RollstuhlfahrerInnen leicht einen Platz. Wahrscheinlich möchten Sie aber auch die Stadt erkunden und Sehenswürdigkeiten besichtigen. Doch das ist nicht überall uneingeschränkt möglich.

Nehmen wir zum Beispiel Griechenland. Ein Land, das vor beeindruckenden Sehenswürdigkeiten nur so strotzt. Seit 2006 setzt sich das „European Network for Accessible Tourism (ENAT)“ für barrierefreie Reiseangebote in Europa ein. Griechenland hat Tourismus zwar bitter nötig, doch barrierefrei nutzbare Duschen, Aufzüge, Rampen und automatische Türen gibt es längst nicht überall. Auch wenn es inzwischen rollstuhlgerechte Hotels gibt, hat das Land im barrierefreien Tourismus noch viel nachzuholen.
Barrierefreiheit im Ausland
Vieles von dem, was das Land über Sonne, Meer und Wein hinaus zu bieten hat, ist für mobilitätseingeschränkte Personen nur schwer erreichbar. Griechenland ist die Wiege der abendländischen Kultur, doch nicht jede Kulturstätte ist stufenlos erreichbar. Denn gerade die schönsten Sehenswürdigkeiten muss man sich hart erarbeiten. Zahlreiche Steigungen, Treppen und unebenes Gelände gilt es zu überwinden.
Immerhin besitzt die Akropolis einen Lift, und der befördert die Gäste mit Mobilitätseinschränkungen auf die oberste Ebene der Akropolis. Dort führen seit Dezember 2020 rund 500 Meter befestigte Wege zu den Propyläen und zum Parthenon. Das Akropolis-Museum ist mit Rampen und Aufzügen auf allen Etagen gut mit Rollstuhl zu befahren. Andere geschichtsträchtige Stätten wie Mystras und die meisten Meteora-Klöster sind für mobilitätseingeschränkte Menschen kaum geeignet. Von den Meteora-Klöstern ist nur Agios Stefanos ohne lange Treppe erreichbar. In Delphi bringt Sie ein Sonderfahrzeug bis zum Apollon-Tempel, wenn Sie sich mindestens sieben Tage vorher bei der Antikenbehörde anmelden; das Museum ist barrierefrei.
Griechenland mit Rollstuhl: was möglich ist
Akropolis Aufzug
Ein Aufzug bringt Sie auf das Plateau; fragen Sie vorab, ob er fährt – bei starkem Wind steht er still. Oben führen befestigte Wege zu den Propyläen und zum Parthenon, abseits davon ist der Boden uneben.
Akropolis-Museum gut erreichbar
Rampen an allen Eingängen, Aufzüge und rollstuhlgerechte Toiletten auf allen Etagen.
Meteora-Klöster eingeschränkt
Die meisten Klöster erreichen Sie nur über lange Treppen. Ohne Treppe kommen Sie zum Kloster Agios Stefanos.
Metro Athen Linien 2 und 3
Die Stationen der Linien 2 und 3 haben Aufzüge. Für Linie 1 und bei Störungen prüfen Sie vorab die Aufzüge Ihrer Station.
Auch sonst ist Barrierefreiheit in Griechenland vielerorts noch die Ausnahme. In den Altstädten und Dörfern sind die Gassen eng und uneben. Auf den schmalen Gehwegen wachsen Bäume, die von RollstuhlfahrerInnen schwer umfahren werden können. Für sie wie auch für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit sind zudem die meist außergewöhnlich hohen Bordsteine ein großes Hindernis.
Kurz gefragt
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Am besten können sich Menschen mit Mobilitätsproblemen in den Hauptstraßen Athens bewegen. Der öffentliche Nahverkehr ist teilweise barrierefrei: Die Metro-Linien 2 und 3 haben Aufzüge. Eine Begleitperson ist trotzdem nützlich. Allerdings sind die Griechen sehr hilfsbereit. Ohne lange zu fackeln, packen sie an, wenn ein Rolli-Fahrer in Not ist.
Sorgfältig planen
Generell ist im Ausland die Hilfsbereitschaft gegenüber Menschen mit Handicap groß. Trotzdem sollten sich mobilitätseingeschränkte Personen reiflich überlegen, wohin die Reise geht. Auch in der Türkei, in Portugal, Israel und Jordanien oder an den Kulturstätten entlang der Seidenstraße hängt die Zugänglichkeit stark von Ort und Route ab. Von Fernreisen ist nicht grundsätzlich abzuraten, sie erfordern nur eine gründliche und sachliche Recherche.
Ihre Rechte auf Reisen in der EU
1Hilfe bei Flug, Schiff und Bahn
2Toiletten und Ausweis
Geben Sie Ihren Hilfebedarf am besten schon bei der Buchung an – und halten Sie die Anmeldefristen ein.
Auch wenn manches Reiseziel mehr Planung erfordert, gibt es noch genügend andere Urlaubsländer für barrierefreien Tourismus. Italien, Frankreich und Spanien sind vielerorts gut auf Menschen mit Handicap eingestellt. Gleiches gilt für Skandinavien, Großbritannien und die USA.
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