Notrufsysteme: Wer wird informiert?

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Notrufsysteme – wer wird im Notfall informiert?

Die meisten Notrufsysteme für Senioren funktionieren nach einem simplen Prinzip:

  1. Der Senior trägt einen kleinen Sender, der über Funk, W-LAN oder das Telefonnetz mit einer Zentrale verbunden ist.
  2. Bei einem Notfall drücken Trägerin oder Träger den Notfallknopf und stellen so eine direkte Verbindung mit der Zentrale her.
  3. In der Zentrale nimmt ein Mitarbeiter in Bereitschaft den Notruf entgegen und versucht, zunächst direkt über das Notrufsystem Kontakt aufzunehmen und die Situation zu klären.
  4. Ist das nicht möglich (z. B. bei Ohnmacht) oder stellt sich im Gespräch heraus, dass eine ärztliche Versorgung notwendig ist, leitet der Mitarbeiter in der Zentrale den Notruf entsprechend weiter.
  5. Hilfe ist informiert und unterwegs.

Bei den meisten Notrufsystemen handelt es sich um Lösungen, die sowohl die notwendigen Geräte (Sender, Basisstation) als auch eine Notrufzentrale beinhalten. Diese ist rund um die Uhr besetzt, so dass jeder Notruf auch tatsächlich direkt von einem Menschen entgegengenommen wird.

Hausnotruf © GrafKok, fotolia.com

Bei der Anmeldung für einen solchen Dienst werden Sie eine Vielzahl von Fragen beantworten müssen, auch sehr persönliche nach Ihren Lebensumständen und Ihrem Gesundheitszustand. Diese Informationen werden in der Notrufzentrale gespeichert und bei einem Notfall direkt angezeigt, um Ihnen ohne Verzögerung bestmöglich helfen zu können.

Wer wird im Notfall informiert?
Wer wird im Notfall informiert?

Neben diesen persönlichen Angaben müssen Sie auch Ansprechpartner benennen, die in einem Notfall informiert werden sollen. Das kann ein Nachbar sein, ein Verwandter, ein Pflegedienst oder Ihr Hausarzt.

Tipp: Probieren Sie das Notrufsystem in aller Ruhe aus und machen Sie sich mit all seinen Funktionen vertraut. Wählen Sie den Standort der Basisstation so, dass Sie von jedem Raum aus gut verstehen, was am anderen Ende gesprochen wird. Achten Sie beim Testen darauf, dass auch Ihre Stimme deutlich übertragen und Sie klar verstanden werden.
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Notruf beim Nachbarn

Einen Nachbarn bei einem Notfall zu informieren, ist zunächst eine gute Idee. Denn die räumliche Nähe ermöglicht grundsätzlich ein schnelles und verzögerungsfreies Eingreifen. Allerdings sollten Sie Ihren Nachbarn unbedingt rechtzeitig darüber informieren, dass er möglicherweise von der Notrufzentrale angerufen werden kann – und dass nicht vollkommen ausgeschlossen ist, dass dieser Anruf auch mitten in der Nacht kommt.

Zudem sollten Sie überlegen, welche konkrete Hilfe Ihnen ein Nachbar im Notfall leisten kann. Ist er selber mobil und agil genug, um schnell von seiner Wohnung in Ihre zu gelangen? Und kann er beispielsweise Erste Hilfe leisten oder erkennen, wie Ihre gesundheitliche Situation einzuschätzen ist? Und nicht zuletzt machen auch Nachbarn mal Urlaub, sind auf Kur oder bei Verwandten – und damit nicht in der Nähe, um Ihnen zu helfen.

    Vorteile

  • kurze Wege machen schnelle Hilfeleistung möglich
  • stärkt den persönlichen Kontakt in der Wohnumgebung
  • als Unterstützung optimal (z. B. für Ersatzschlüssel)
  • keine oder geringe Zusatzkosten
    Nachteile

  • bei akuten Notfällen keine medizinische Hilfe
  • nicht zuverlässig dauerhaft und rund um die Uhr erreichbar

Notruf bei einem Angehörigen

Bei einem Notfall ist es wichtig, ein vertrautes Gesicht um sich zu haben. Das gilt im besonderen Maße dann, wenn beispielsweise eine Einweisung in ein Krankenhaus erforderlich ist, etwa nach einem schweren Sturz. Daher wählen viele Senioren einen nahen Verwandten oder anderen Angehörigen, der bei einem Notruf informiert werden soll.

Wenn etwa Ihr Sohn oder Ihre Tochter in der Nähe wohnt, ist das eine optimale Lösung, nicht jedoch bei weiter entfernt wohnenden Angehörigen. Hier sollten Sie genau überlegen, wen Sie benennen und ob nicht ggf. ein Pflegedienst die bessere Alternative wäre. Dennoch ist es sinnvoll und wird meist auch gefordert, einen Verwandten zu benennen – etwa um bei einer Einlieferung ins Krankenhaus sicherzustellen, dass Ihr Haustier und die Blumen versorgt werden.

    Vorteile

  • Vertrauensverhältnis
  • Persönlicher Bezug
  • Möglichkeit, einen Zweitschlüssel zu hinterlegen
  • gut für unproblematische Notfälle
    Nachteile

  • Nur bei räumlicher Nähe als Notfallkontakt geeignet

Notruf beim Pflegedienst

Anbieter wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und andere überregionale Pflegedienste haben eigene Teams für Notfälle. Diese sind meist medizinisch geschult und mit einer Notfallausrüstung ausgestattet, können also auch tatsächlich direkt Hilfe leisten und z. B. eine Erstversorgung vornehmen. Allerdings fallen für eine solche Zusatzbetreuung auch zusätzliche Kosten an – unabhängig davon, ob Sie die Leistungen dann tatsächlich in Anspruch nehmen oder nicht.

Wer jedoch keinen Nachbarn, Bekannten oder Verwandten in der Nähe wohnen hat und trotzdem schnelle Hilfe bei einem Sturz oder anderen Problem bekommen will, ist mit einer solchen Lösung optimal abgesichert. Besonders dann, wenn der Pflegedienst auch einen Wohnungsschlüssel sicher verwahrt und sich damit bei einem Notfall sofort Zutritt zu den Wohnräumen verschaffen kann.

Pflege zu Hause © Photographee.eu, fotolia.com
Pflegedienst kommt nach Hause © Photographee.eu, fotolia.com

Entscheidend ist, dass der Anbieter auch tatsächlich bei Ihnen vor Ort präsent ist und innerhalb kurzer Zeit bei Ihnen sein kann. Das ist bei großen und renommierten Anbietern in der Regel der Fall, dennoch sollten Sie genau nachfragen und sich die Verfügbarkeit des Pflegedienstes schriftlich bestätigen lassen.

    Vorteile

  • schnelle und kompetente Hilfe
  • sichere Verwahrung eines Wohnungsschlüssels
  • hohe Rechtssicherheit
    Nachteile

  • monatliche Kosten für den Pflegedienst

Notruf bei Polizei/Feuerwehr

Wenn die genaue Lage unklar sein sollte, kein Hausschlüssel verfügbar ist oder Sie bereits beim Absetzen des Notrufes einen Brand o. Ä. melden, geht auch eine Meldung an die örtliche Polizei oder Feuerwehr. Diese rücken dann direkt zu Ihrer Wohnung aus und überprüfen die Situation vor Ort. Die Polizei ist auch berechtigt, sich gewaltsam Zugang zu Ihrer Wohnung zu verschaffen, etwa wenn Gefahr im Verzug und kein Zweitschlüssel verfügbar ist.

    Vorteile

  • schnelle und kompetente Hilfe
  • hohe Rechtssicherheit
  • Einsätze sind in der Regel kostenlos
    Nachteile

  • sehr auffällig, besonders nachts
  • ggf. muss die Tür aufgebrochen werden

Es liegt dabei im Ermessen des Ansprechpartners in der Notfallzentrale, ob Polizei oder Feuerwehr gerufen werden oder es zunächst bei einer Information etwa eines Angehörigen bleibt. Die Entscheidung wird anhand der Situation getroffen: Wenn Sie ansprechbar sind und klar formulieren können, welche Art von Hilfe Sie benötigen, wird in der Regel Ihrem Wunsch entsprochen, und die gewünschte Kontaktperson wird rasch informiert. Besteht allerdings der Verdacht oder auch nur die Möglichkeit, dass die Situation schlimmer ist, als Sie glauben oder einschätzen können, wird in der Regel der Rettungsdienst eingeschaltet. Dasselbe gilt, wenn eine direkte Kommunikation mit Ihnen nicht möglich ist.

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