Blutzuckermessgeräte

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Blutzuckermessgeräte: Bei Diabetes den Blutzuckerwert bestimmen

Diabetes mellitus ist eine Volkskrankheit. Alleine in Deutschland leben etwa 6 Millionen Erkrankte, über 90 % davon mit Diabetes Typ 2. Das Problem: Ein Mangel an Insulin führt zu einer chronischen Überzuckerung – daher auch der geläufige Name Zuckerkrankheit. Damit Blutgefäße und Nerven keine schweren Schäden erleiden, müssen Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel immer im Auge behalten. Mit einem Blutzuckermessgerät ist dies auch ohne ärztliche Hilfe möglich. In diesem Beitrag finden Sie alles Wissenswerte über Diabetes mellitus und die derzeit erhältlichen Glukosemesssysteme. Die Gegenüberstellung im letzten Absatz fasst die Ergebnisse noch einmal zusammen.

Hinweis: Von den genannten 6 Millionen Menschen wissen mehr als 1 Million überhaupt nicht, dass sie an Diabetes erkrankt sind. Ein Blutzuckermessgerät ist also auch ein Mittel zu Selbstdiagnose. Zumindest kann es den eigenen Verdacht bestätigen oder ausräumen. Ob eine Behandlung erfolgen muss, kann nur der Arzt oder die Ärztin entscheiden.
Blutzuckermessgerät © igradesign, stock.adobe.com
Blutzuckermessgerät © igradesign, stock.adobe.com

Entstehung von Diabetes und Risiken für die Gesundheit

Der Prozess ist kompliziert, kann aber folgendermaßen zusammengefasst werden: Wir brauchen Zucker (Glukose), um unsere Körperzellen mit Energie zu versorgen. In der Bauchspeicheldrüse produziertes Insulin transportiert ihn dorthin. Glukose-Quellen sind unsere Nahrung und unsere Leber, die den Stoff kontinuierlich selbst bildet. Wenn zu wenig Insulin vorhanden ist, also kaum Zucker zum Verbrauch in die Zellen gelangt, verbleibt er im Blut – der Blutzuckerspiegel steigt an.

Wie wirkt Insulin im Körper?
Wie wirkt Insulin im Körper?
Hinweis: Wenn man seit mindestens 8 Stunden nichts gegessen hat, gilt ein Blutzuckerwert von 80 bis 100 mg/dl (4,4 bis 5,6 mmol/l) als „normal“, darüber als „erhöht“. Liegt dieser sogenannte Nüchternwert bei 126 mg/dl (7 mmol/l) oder darüber, wird Diabetes mellitus diagnostiziert. Durch die Nahrung steigt der Wert im Tagesverlauf; dann ist die Grenze bei 140 mg/dl (7,7 mmol/l) festgelegt.

Die gesundheitlichen Risiken sind erheblich. Mögliche Folgeerkrankungen reichen von einer Schädigung der Nerven über die der Augen, der Ohren und Nieren bis hin zum gefürchteten diabetischen Fußsyndrom. Am häufigsten drohen Herzinfarkt und Schlaganfall, denn geschädigte Blutgefäße ziehen eine Störung der Durchblutung nach sich.

Da die Gefahr mit zunehmendem Alter steigt, wurde einst der Begriff Altersdiabetes geprägt. Seit diese Einschränkung wissenschaftlich widerlegt ist (immer mehr sind auch junge Menschen betroffen), spricht man von Diabetes-2.

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Nutzen und Funktionsweise der Blutzuckermessgeräte

Risikofaktor Nummer 1 ist Übergewicht, dabei insbesondere das übermäßige Bauchfett um die inneren Organe. Aber auch Stress, Vitamin-D-Mangel und Schlafstörungen wirken sich negativ auf den Blutzuckerspiegel aus. Wenn eine Änderung der Lebensweise – mehr Sonne, mehr Bewegung, weniger Zucker – nicht ausreicht, muss dem Körper Insulin zugeführt werden.

Risikofaktoren für Diabetes Typ 2
Risikofaktoren für Diabetes Typ 2
Tipp : Hilfreich für die Bestimmung von BMI oder Körperfettgehalt ist eine Personenwaage mit Körperanalysefunktion. Ihre Herzaktivität messen Sie jederzeit mit einem mobilen EKG-Gerät.

Bei Insulinpflicht übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ein Blutzuckermessgerät. Wichtig ist dabei die Auflistung des Geräts im GKV-Hilfsmittelverzeichnis (Produktgruppe 21, Anwendungsort 34, Untergruppe 02).

Hinweis: Vorsicht bei akuten Sehstörungen, Bauchschmerzen mit Erbrechen, Kraftlosigkeit, ständigem Durstgefühl und Harndrang. Bei diesen Symptomen kann der Blutzuckerspiegel zu niedrig sein. Insbesondere, wenn in sehr kurzer Zeit viel Gewicht verloren wird, ist dies ein Hinweis auf Diabetes.

Für die Kontrolle sind verschiedene Blutglukosemesssysteme auf dem Markt. Früher wurde der Blutzuckergehalt noch photometrisch, d.h. mit Hilfe von Licht ermittelt. Heute ist die amperometrische Blutzuckerbestimmung üblich. Dafür überträgt das Gerät einen Tropfen Blut auf einen Teststreifen. Dieser filtert das Plasma aus dem Blut und ermittelt daraus den Blutzuckerwert. Die Methode ist so einfach wie genial: Der Teststreifen ist mit einem Enzym versehen, das das Blut elektrisch leitfähig macht. Die Stärke des Stromflusses gibt Aufschluss über den Glukosegehalt. Der Name der Methode kommt übrigens von Amperemeter, d.h. Strommessgerät.

Blutzucker messen © Proxima Studio, stock.adobe.com
Blutzucker messen © Proxima Studio, stock.adobe.com

Üblicherweise erfolgt die Blutentnahme aus der Fingerbeere (Fingerkuppe). Dies ist schmerzhaft und kann im Laufe der Zeit zur Verhornung führen. Mittlerweile benötigen die meisten Messgeräte eine geringere Blutmenge, sodass eine Entnahme an schmerzunempfindlicheren Körperstellen wie Daumenballen, Bauch, Arm oder Wade möglich geworden ist. Alle Geräte mit einer AST-Kappe können diese Messung an alternativen Stellen (AST = Alternate Site Testing) durchführen.

Blutzuckermessgeräte: Messstellen am Körper
Blutzuckermessgeräte: Messstellen am Körper
Hinweis: Auf die Messgenauigkeit kommt es an. Seit 30.06.2017 gelten daher neue Qualitätsstandards, nach der die Blutzuckerwerte maximal um +/-15 % abweichen dürfen. Viele Geräte haben heute sogar einen Toleranzbereich von nur +/-10%. Die Hersteller müssen diese Werte angeben.

Blutzuckermessgeräte sind bereits ab ca. 10 Euro erhältlich. Der Preis wird vor allem durch die Ausstattung bestimmt. Es gibt neben den einfachen Geräten auch solche mit

  • Sprachausgabe: Der Blutglukosewert wird zusätzlich zur digitalen Anzeige auch sprachlich ausgeben.
  • sprachgesteuerter Benutzerführung: Hochgradig sehbehinderte Diabetiker werden akustisch durch die gesamte Messung geleitet.
  • USB- oder Infrarot-Schnittstelle: Damit kann das Blutzuckermessgerät mit dem Computer verbunden werden. Die Ergebnisse können gespeichert, nach Ermittlungszeit (vor/nach dem Essen etc.) sortiert und/oder dem behandelnden Arzt digital übermittelt werden.
Hinweis: Vor dem Kauf müssen Sie sich entscheiden, ob das Gerät die Messergebnisse in ml/dl oder mmol/l anzeigen soll. Wählen Sie aus, was Ihnen am sympathischsten ist, bei der Genauigkeit macht es keinen Unterschied.
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Blutzuckermessgeräte der neuesten Generation

Blutzucker messen ohne stechen: Dieser Traum erfüllt sich seit einiger Zeit – mithilfe eines kleinen Sensors, der auf oder unter der Haut platziert wird und den Glukosegehalt in der Gewebeflüssigkeit des Unterhautfettgewebes misst. Je nach System muss der Sensor nach einer festgelegten Zeit zwischen 6 Tagen und 6 Monaten ausgetauscht werden. Die länger funktionierenden Sensoren werden durch geschultes Fachpersonal unter die Haut gesetzt, die anderen Sensoren können von Nutzern selbst auf die Haut gesetzt werden. Die Art der Messung bestimmt die Zuordnung zu einer der folgenden Gruppen:

  • FGM oder isCGM: Beim Flash Glucose Monitoring oder intermittend scanning Continous Glucose Monitoring fragt der Nutzer aktiv seine Werte ab. Das Lesegerät wird zu einem selbst bestimmten Zeitpunkt an den Sensor gehalten. Auf dem Display erscheinen die Werte und ein Pfeil (Flash): Er zeigt die Tendenz an, wie sich der Wert voraussichtlich entwickeln wird.
  • CGM oder rtCGM: Beim Continous Glucose Monitoring oder real time Continous Glucose Monitoring werden die Daten in Echtzeit an das Empfangsgerät oder eine Smartphone App übertragen. Weicht der Wert von den eingegebenen Parametern ab, ertönt ein Alarmton und die entsprechenden Maßnahmen können eingeleitet werden.
Blutzucker messen mit Sensor und Smartphone © lukszczepanski, stock.adobe.com
Blutzucker messen mit Sensor und Smartphone © lukszczepanski, stock.adobe.com

Die zweite Variante der CGM-Geräte ist im GKV-Hilfsmittelverzeichnis (Produktgruppe 21, Anwendungsort 43, Produktuntergruppe 01) gelistet. Die meisten Krankenkassen erstatten jedoch auch, zumindest teilweise, die Kosten für FGM-Geräte.

Hinweis: Noch relativ neu auf dem Markt sind Kombigeräte für die Messung von Blutzucker UND Blutdruck. Das Hilfsmittelverzeichnis der Krankenversicherungen führt bei den Blutdruckgeräten einige Modelle des Schweizer Unternehmens ForaCare auf.

Alle Glukosemesssysteme im Überblick

Blutzuckerbestimmung Amperometrisch (klassisch) FGM = Flash Glucose Monitoring (auch isCGM) CGM = Continous Glucose Monitoring (auch rtCGM)
Schmerz Ja, je nach Piekstelle unterschiedlich Nein Nein
Sensor Nein Ja, auf der Haut: 5-14 Tage, unter der Haut: bis 6 Monate
Messmedium Blutplasma Gewebeflüssigkeit (bei Anzeichen von Über-/Unterzuckerung ist klassisches Nachmessen nötig)
Messstelle Fingerbeere oder AST Idealerweise an Oberarm oder Oberschenkel, möglich auch am Bauch
Messgenauigkeit Hoch (max. +/-15%) Hoch Hoch
Messgeschwindigkeit Sofort Etwas verzögert (je nach Modell 5-20 Minuten)
Funktionsweise Ein Teststreifen filtert Plasma aus dem Blut und ermittelt daraus den Blutzuckerwert Der Empfänger (Lesegerät/Scanner oder Smartphone mit App) wird an den Sensor gehalten und liest die Werte ab. Der Empfänger (Lesegerät/Scanner oder Smartphone mit App) alarmiert bei ungünstigen Werten und zeigt die Daten automatisch an – oder – der Empfänger alarmiert bei ungünstigen Werten und wird zur genauen Bestimmung an den Sensor gehalten.
Anzeige Blutzuckerwert Blutzuckerwert, Tendenz Blutzuckerwert, Tendenz
Eignung Alle Diabetiker Diabetiker, die kein erhöhtes Risiko für schwere Unterzuckerungen haben Diabetiker, die ein erhöhtes Risiko für schwere Unterzuckerungen haben
Kosten Niedrig Hoch Hoch
Kostenübernahme durch die GKV Bei Insulinpflicht alle Kassen Bei Insulinpflicht inzwischen fast alle Kassen Meistens nur bei intensivierter Insulintherapie
GKV-Hilfsmittel­verzeichnis PG21, AO34, UG02 nein PG21, AO43, UG01
Anbieter Beurer (GL), B. Braun (Omnitest), Bayer (Contour), Roche (Accu-Chek) Abbott (FreeStyle Libre, FreeStyle Libre 2), Roche (Eversense XL), Dexcom (G5, G6)
Hauptvorteile Kein Sensor am Körper, der stören oder sich ablösen kann; keine Strahlung Kein Pieken, wenig Equipment Kein Pieken, wenig Equipment, akustisches Warnsignal
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