Wissen weitergeben

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Wissen weitergeben: Erfahrungen reifer Menschen sind nach wie vor gefragt

„Lebenslanges Lernen“ hat auch ein Pendant: „Lernen durch Lehren“. Dass durch das Lehren Lernprozesse in Gang gesetzt werden, hat bereits im Jahre 62 der römische Philosoph Seneca auf den Punkt gebracht: Sein Ausspruch „Die Menschen lernen, indem sie lehren“ mündete in das berühmte lateinische Sprichwort Docendo discimus: Durch Lehren lernen wir. Daraus ist Ende des 20. Jahrhunderts ein pädagogisches Konzept entstanden: Beim „LdL“ vermitteln sich Schüler oder Studenten den Unterrichtsstoff gegenseitig und lernen dabei selbst mit. Doch was hat das mit der geistigen Mobilität der älteren Generation zu tun?

Gute Pädagogen wissen mit allen Fachfragen ihrer Schüler umzugehen. Was nicht parat ist, wird zuhause nachgeschlagen und in der nächsten Stunde beantwortet. Oder eine geeignete Smartphone-Applikation hilft, die Wissenslücken noch während des Unterrichts zu schließen. In beiden Fällen lernen nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrenden hinzu. Bei der Vorbereitung eines Seminars, Kurses oder wissenschaftlichen Arbeit funktioniert es im Grunde genauso: Fakten müssen gesammelt, strukturiert und in ein vermittelbares Konzept gebracht werden. Eine wahre Gehirnakrobatik – und genau das Richtige für geistig rege Rentner*innen und Pensionär*innen. Dieser Beitrag möchte einige Anregungen geben.

Viele Ältere geben ihr Wissen gerne weiter © nyul, stock.adobe.com
Viele Ältere geben ihr Wissen gerne weiter © nyul, stock.adobe.com

Selbst einen Kurs geben

Ehemalige Lehrer*innen und Professor*innen sind natürlich im Vorteil. Ein Berufsleben lang lauschten Schüler und Studierende ihren Ausführungen und beteiligten sich an Diskussionen über ihr Fachgebiet. Man darf sich aber nicht wundern: Auch viele Amateurforscher haben sich in vielen, vielen Jahren eine bedeutende Sachkenntnis erarbeitet. Der Ruhestand ist geradezu perfekt, um andere endlich daran teilhaben zu lassen. / Es wäre doch schade, diese ungenutzt verkümmern zu lassen.

  • VHS-Kurs anbieten: In der Erwachsenenbildung muss man kein Lehramtsstudium vorweisen, um als Dozent*in tätig zu werden. Neben dem Know-how sollte jedoch auch eine pädagogische Eignung vorliegen. Volkshochschulen suchen ihre Kursleiter*innen in der Regel über Stellenausschreibungen. Ist für das vorhandene Expertenwissen ein reges Interesse zu erwarten, lohnt sich durchaus auch eine Initiativbewerbung. Toller Nebeneffekt: Die Vergütung ist zwar nicht üppig, sichert immerhin aber einen netten Nebenverdienst.
Tipp: Lehnt die VHS den angebotenen Kurs ab, bleibt noch die Möglichkeit zu einem Online-Kurs. Da Fernkurse bzw. Fernlehrgänge virtuell stattfinden, haben sie eine weit größere Reichweite. Die Vorteile für potenzielle Dozenten: Sie sind nicht nur zeitlich und örtlich unabhängig, sie erreichen auch viel leichter eine lohnenswerte Teilnehmerzahl als bei ihrem Angebot vor Ort. Außerdem spricht nichts dagegen, sich an alle geeigneten Fernschulen zu wenden.
Senior beim Töpferkurs © Yakobchuk Olena, stock.adobe.com
Die eigene Werkstatt: idealer Ort für einen praxisnahen Workshop © Yakobchuk Olena, stock.adobe.com
  • Werkstatt-Kurs veranstalten: Das Handwerk ist tot? Es lebe das Handwerk! Wenigstens in ihrer Freizeit möchte ein Großteil der Jugend „etwas mit den Händen erschaffen“. Töpfern, Schnitzen und Schmieden sind ebenso beliebt wie die Gestaltung von Schmuck oder das Schrauben am eigenen Fahrrad. Handwerker, die eine Werkstatt haben oder hatten, kennen ihr Revier und wissen das Potential an Interessenten gut einzuschätzen. Und wer weiß – so mancher Werkstattkurs soll schon den Grundstein für die Berufswahl eines jungen Menschen gelegt haben …

Zu sehenswerten Orten führen

Unsere Städte und Landschaften sind einfach traumhaft schön. Sogar manche Bausünden und Industriebrachen offenbaren auf den zweiten Blick ihre Reize. Führungen zu den und durch die faszinierendsten Orte stoßen nicht nur bei Touristen auf Interesse. Selbst Menschen, die dort aufgewachsen sind, wissen längst nicht alles über ihre Heimat und möchten mehr über sie erfahren. Anbieten können Senioren ihre Stadt- oder Naturführungen auf mehreren Wegen:

  • Fremdenverkehrsamt: Die Touristeninformation ist die klassische Anlaufstelle für alle Arten von Stadtbesichtigungen. Diese können allgemein zu den Hotspots oder thematisch gebunden zu ausgewählten Standorten wie Kirchen, Patrizierhäuser oder Gruselstätten führen. Beliebt sind auch Rundgänge bei Nacht und zu kulinarischen Stätten.
Bei einer guten Stadtführung ist Aufmerksamkeit gewiss © Animaflora PicsStock, stock.adobe.com
Bei einer guten Stadtführung ist Aufmerksamkeit gewiss © Animaflora PicsStock, stock.adobe.com
  • Privatunternehmen: Das Angebot ist im Grunde ähnlich zu dem der Städte. Private Veranstalter sind manchmal jedoch etwas flexibler. Ist die Nachfrage groß, springt flugs ein zweiter Guide zum gleichen Thema am selben Ort ein. Die Stadtführer gehen auch schon mal auf Shoppingtour oder laden zum Erkunden der Stadt per Fahrrad ein. Wohl die optimale Adresse für das Anbieten einer ausgefallenen Erlebnistour.
Tipp: Eine vorherige Inkognito-Teilnahme an bestehenden Führungen ist immer lehrreich. Schnell steht fest, was gut ankommt und was besser gemacht werden kann. Ob sich das Publikum bereitwillig miteinbeziehen lässt, merken erfahrene Stadtführer sofort. Und klar: Humor ist die Würze eines jeden Rundgangs.
  • Greeter: Noch nie gehört? Die 1992 in New York gegründete Initiative hat sich mittlerweile auch in 16 deutschen Städten etabliert. Greeter (von englisch to greet = begrüßen) führen Kleingruppen zu ihren ganz persönlichen Highlights. Im Unterschied zu den vorgenannten Optionen erhalten die Guides keine Vergütung. Das Trinkgeld soll oft aber höher liegen. Alles Wissenswerte auf https://www.deutschland-greeter.de .

Ein Sachbuch schreiben

Vor Publikum zu sprechen, ist nicht jedermanns Sache. Gerade ältere Menschen scheuen oft die vielen aufmerksamen Augen und bevorzugen das stille Kämmerlein. Wie wäre es, das eigene Wissen einfach schriftlich festzuhalten? Ein Buch zu schreiben ist nicht so schwer wie viele Leute glauben. Es ist ein Handwerk, das in einem Fernkurs erlernt werden kann. Erfahrene Experten vermitteln dort die Grundlagen, schulen die schriftliche Ausdrucksfähigkeit und helfen bei der Suche nach einem geeigneten Verlag.

Tipp: Die Fernstudienakademie Anne Oppermann & Dr. Gereon Franken GbR in Münster bietet einen staatlich zugelassenen Fernlehrgang zum Sachbuchautor an. Der Dozent kennt sich in allen fachlichen und organisatorischen Dingen bestens aus. Kosten für 8 Lehrhefte und intensive Kursbetreuung: ca. 1.100 Euro. Kursdauer: regulär 8 Monate, auf Wunsch auch kürzer oder länger. Weitere Infos hier.

Zu bedenken ist: Für klassische Verlage lohnt sich die Herausgabe eines Druckwerks nur bei gewinnversprechenden Verkaufszahlen. Daher lehnen sie die Veröffentlichung eines Buches zu einem Nischenthema in der Regel ab. Die Alternative für engagierte Autoren heißt Selfpublishing. Vorteil: Die Hürde fällt weg (und damit auch der Frust). Nachteil: Das Marketing ist Sache der Verfasser. Die gute Nachricht: Hierfür gibt es Dienstleister. Ein Stöbern im Internet lohnt sich.

Artikel verfassen

Ein Buch zu schreiben, ist schon ein ziemlich großes Projekt. Es erfordert Disziplin und einen langen Atem, bis das Ergebnis endlich in Händen gehalten werden kann. Diese Zeit können und wollen ältere Menschen oft nicht aufbringen. Wenn’s trotzdem in den Fingern juckt, verfasst vielleicht gerne einen kürzeren Beitrag. Hier können „junge“ Autor*innen sicher sein, dass die Artikel auch Leser finden:

  • Stadtteilzeitung: Häufig liegen sie gratis im Briefkasten oder mitnahmebereit neben der Ladentheke. Bei vielen Stadtteilbüros können die Hefte auch online als pdf-Datei heruntergeladen werden. Um interessant zu bleiben, sind Stadtteilzeitungen auf der Mitarbeit der Bewohner ihres Viertels angewiesen. Einfach mal anrufen und ein Thema anbieten. Meistens freut man sich über jedwedes Engagement.
Hinweis: Anders als bei einem Roman oder Sachbuch steht bei einem Artikel das Wichtigste am Anfang. Dann erst kommen die Details und Hintergrundinformationen. So können Leser bereits zu Beginn entscheiden, ob der Beitrag interessant für sie ist.
  • Wikipedia: Die größte Enzyklopädie der Welt wächst und wächst. Alle können mitmachen, das Wissen für alle zu erweitern. Für Neulinge empfiehlt sich die Verbesserung bereits bestehender Artikel, erfahrene Wikipedianer wagen sich dann an neue Themen heran. Das Tutorial weist Einsteiger Schritt für Schritt in die Geheimnisse ein. Lorbeeren kann man sich in den zweimal jährlich stattfindenden Schreibwettbewerb verdienen. Ansonsten gibt es keinen Termindruck, der Spaß an der Sache steht absolut im Vordergrund. Doch Vorsicht: Das Verfassen von Beiträgen in der Wikipedia kann zur Sucht werden!
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