Seniorenstudium

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Seniorenstudium: Studieren ohne Abitur und Prüfungsstress

Die Begriffe für die Hochschulbildung nach dem aktiven Berufsleben sind nicht ganz einheitlich. Mal bezeichnet „Seniorenstudium“ ausschließlich das Studium an einer eigens für Senioren errichteten Institution, mal fasst diese Bezeichnung alle Studienangebote für Senioren zusammen. Wir haben uns für den Oberbegriff entschieden und listen im Folgenden die verschiedenen universitären Bildungsmöglichkeiten einzeln auf.

Was für alle gilt, ist auch der Hauptunterschied zum regulären Studium: Die Senioren legen keine Abschlussprüfung ab und erwerben keinen akademischen Titel. Dafür wird auch keine Hochschulzugangsberechtigung vorausgesetzt. Ziel eines Seniorenstudiums ist es, allen dazu befähigten Interessenten eine akademische Bildung zu ermöglichen.

Besonderheiten des Seniorenstudiums
Besonderheiten des Seniorenstudiums
Hinweis: Eine Ausnahme bildet Bayern. Im Freistaat erfordert jede Aufnahme in eine Hochschule einen entsprechenden Bildungsnachweis. In der Regel ist dies das Abitur. Anerkannt werden jedoch auch vergleichbare Leistungen – wie eine abgeschlossene Berufsausbildung plus Berufspraxis, eine abgeschlossene Aufstiegsfortbildung (z.B. zum Meister, Fachwirt oder Betriebswirt) oder ein mittlerer Schulabschluss und jahrelange Berufserfahrung. Häufig kommt noch ein kurzes Prüfungsverfahren hinzu.

Studium Generale statt Fachstudium

Der zweite große Unterschied ist nicht weniger wichtig: Im Gegensatz zum Regelstudium findet zuvor keine Auswahl eines Fachbereichs statt. Ein Seniorenstudium ist immer ein Studium Generale, also ein fächerübergreifendes Studium. Grundsätzlich stehen alle Lehrveranstaltungen jedem Interessenten offen. Aber: Keine Regel ohne Ausnahme – dazu später mehr.

Seniorin studiert online am Laptop © YURII MASLAK, stock.adobe.com
Seniorenstudium online: zuhause den wissenschaftlichen Ausführungen folgen © YURII MASLAK, stock.adobe.com
Was ist ein Studium Generale
Was ist ein Studium Generale
Hinweis: Auch während der Corona-Pandemie ist ein Seniorenstudium möglich. An die Stelle der Präsenzveranstaltungen treten derzeit zahlreiche Online-Veranstaltungen. Für die Teilnahme von zuhause aus benötigen Senioren lediglich eine Internetverbindung sowie einen PC oder Laptop mit Kamera und Mikrofon für die Videokonferenzen.

Studium an der Seniorenuniversität

Sie heißen Universität des dritten Lebensalters (wie in Frankfurt/Main), Universität für Ältere (wie in Osnabrück), Zentrum Seniorenstudium der Universität (wie in München), Seniorenkolleg (wie in Leipzig und Chemnitz) oder einfach Studieren ab 50 (wie in Bielefeld). Staatliche universitäre Bildungseinrichtungen für Senioren sind in den allermeisten Fällen an eine Universität angeschlossen. Sie bilden eine eigene Abteilung in Form eines An-Instituts und bieten entweder ausschließlich Studienprogramme für bildungswillige Senioren oder zumindest auf die Bedürfnisse der älteren Generation zugeschnittene Spezialveranstaltungen an. Träger der eher seltenen privat geführten Seniorenuniversitäten sind in der Regel eingetragene Vereine.

Senioren studieren gemeinsam in der Bibliothek © Jacob Lund, stock.adobe.com
Senioren unter sich – nur möglich beim Studium an der Seniorenuniversität © Jacob Lund, stock.adobe.com

Fachthemen auf Senioren zugeschnitten

Ein Seniorenstudium im engeren Sinne dauert meist 4 Semester oder 6 Trimester, wobei die Inhalte der Lehrveranstaltungen aufeinander aufbauen. Die Regelungen variieren allerdings von Hochschule zu Hochschule. Kennzeichen eines Studiums an der Seniorenuniversität ist immer der Kontakt zu Gleichgesinnten der eigenen Generation. Die Vorlesungsreihen beziehen sich daher häufig auf die Stadt oder Region oder liefern Wissenswertes für Menschen im Rentenalter. Seminare vertiefen die Themen, Exkursionen – wie Führungen durch Ausstellungen – vervollständigen das Angebot.

Für die Nutzung des Bildungsangebots ist, wie an jeder Hochschule üblich, eine Immatrikulation erforderlich. Die Gebühren für jedes Semester oder Trimester berechtigen zur Teilnahme an den Vorlesungen. Bei den Seminaren etc. gilt zumeist: Bei hohen Semesterbeiträgen (bis zu 300 Euro) sind sie frei zugänglich, bei niedrigen Beiträgen (ab 35 Euro) werden zusätzliche Gebühren erhoben.

Tipp: Bei einer niedrigen Rente gewähren die Universitäten oft einen Nachlass auf die Beiträge. Dafür müssen jedoch die monatlichen Einkünfte und die Vermögensverhältnisse offengelegt werden.

Gasthörerstudium für Senioren

Der Klassiker wird von praktisch allen staatlichen Hochschulen angeboten. Gasthörer können grundsätzlich alle Vorlesungen besuchen und so eine breitgefächerte Allgemeinbildung erwerben. Die meisten Senioren konzentrieren sich aber lieber auf einen Fachbereich oder allenfalls einige wenige, denn ansonsten bleibt das Wissen doch recht oberflächlich.

Fachthemen aus allen Wissenschaftsbereichen

Von den Natur- bis zu den Religionswissenschaften: Die Auswahl ist groß. Die bei den Senioren beliebtesten Studienfächer entstammen dem kulturellen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich. Dazu zählen Philosophie, Soziologie, Archäologie, Geschichte und Kunstgeschichte. Aber auch Politologie, Germanistik und Anglistik finden großen Anklang. Bevor Senioren ihr Lieblingsfach auswählen, sollten sie eines berücksichtigen: Vorrang bei der akademischen Ausbildung haben die jungen Studenten. Dies ist besonders bei stark nachgefragten Studiengängen entscheidend. Gasthörer haben nur eine Chance, wenn es noch genügend freie Plätze bei den Lehrveranstaltungen gibt.

Tipp: Wer sich für fremde Kulturen interessiert, kann mit einem philologischen Studienfach mehr als nur die Sprache erlernen. Romanistik, Sinologie oder Arabistik beispielsweise beschäftigen sich darüber hinaus mit der Literatur und Kultur des jeweiligen Sprachraums.

Gasthörende müssen sich nicht immatrikulieren. Die Anmeldung erfolgt jeweils für ein Semester und meistens für einzelne Lehrveranstaltungen. Dieser Gasthörerbeitrag kann bei ca. 30 Euro für jede Veranstaltung, die einmal pro Woche zwei Stunden umfasst (wie an der Humboldt-Universität Berlin) – oder bei pauschal etwa 100 Euro pro Semester (wie an der RWTH Aachen) liegen. Ein Blick in die Internetseiten der Hochschulen klärt über die jeweilige Handhabung auf.

Hinweis: Zwei Dinge gelten für das Gasthörerstudium wie für das Studium an einer Seniorenuniversität: 1. Bedürftige zahlen keine oder nur eine geringe Gebühr. 2. Bayern verlangt eine Hochschulzugangsberechtigung.

Interaktion mit jungen Studierenden

Vorlesung im Rahmen des Seniorenstudiums © kasto, stock.adobe.com
Jung und Alt beisammen: Gasthörerstudium für Senioren © kasto, stock.adobe.com

Interaktion mit jungen Studierenden

Ein Kennzeichen für das Gasthörerstudium ist der Kontakt zu Gleichgesinnten aller Altersstufen. Gasthörer kommen aus der ganzen Welt und aus den unterschiedlichsten Beweggründen. Der Anteil der Senioren beträgt „nur“ etwa 50 Prozent. Im Vorlesungssaal ist der Prozentsatz noch weitaus geringer, denn die größte Gruppe sind natürlich die regulären Studenten, die einen Bachelor- oder Masterabschluss anstreben. Gerade der Kontakt zu jungen Menschen ist für viele Senioren ein wichtiges Argument, sich für ein Gasthörerstudium einzuschreiben.

Zertifikatsstudium

Für viele Studierende im höheren Alter ist das Zertifikat die Krönung ihres Studiums. Ein universitäres Zertifikat belegt die erfolgreiche Teilnahme an Veranstaltungen und würdigt die wissenschaftlichen Leistungen. Auch wenn im Zertifikatsstudium einige Prüfungen abzulegen sind – die Absolventen erhalten keinen akademischen Titel.

Tipp: Ist ein reguläres Studium geplant, wird ein Zertifikat eventuell angerechnet. Außerdem dient es als Nachweis, um ggfs. die Anforderungen für einen Nebenjob oder ein Ehrenamt zu erfüllen.

Für ganz ehrgeizige Senioren: reguläres Studium oder Promotion

Um den Titel eines Bachelors oder Masters zu erlangen, benötigen alle Studierende eine Hochschulzugangsberechtigung (s.o.). Der akademische Abschluss setzt ein reguläres Studium (Regelstudium) in einem gewählten Fach (oder Fächerkombination) voraus.

Auch möglich: Studieren mit Abschluss
Auch möglich: Studieren mit Abschluss

Die Unterschiede zum herkömmlichen Seniorenstudium sind vielfältig: Das Studium ist strukturiert, erfordert Prüfungen und die Abgabe wissenschaftlicher Arbeiten, vermittelt dafür aber auch umfassende Fachkenntnisse. Primäres Ziel ist es, mit einem anerkannten akademischen Abschluss ins Berufsleben zu starten. Senioren, die ein ordentliches Studium anstreben, sollten sich vorher Gedanken machen, ob sie zu einem Fulltime Arbeitsaufwand bereit sind. Wenn ja, steht ihrem Erfolg als spätberufenem Bachelor oder Master (m/w) nichts mehr im Wege.

Promotionsstudium auch mit älterem Abschluss

Ein Mastergrad ist nichts anderes als ein Magisterabschluss oder Diplom. Manche Senioren haben ihr Leben lang davon geträumt, die wissenschaftliche Arbeit früher Tage fortzuführen. Jetzt kann es soweit sein. Ältere Urkunden verlieren nicht ihre Gültigkeit. Zum Doktor führen also zwei Wege, der direkte bei einem bereits abgeschlossenen Studium und der zugegeben mühsame Drei-Stufen-Weg: Bachelor – Master – Promotion. Die Universitäten beraten Sie gerne!

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