Erinnerungen aufzeichnen

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Erinnerungen aufzeichnen: Lebensgeschichten erzählen und die Herkunft erforschen

Opa, erzähl doch mal, wie du Oma kennengelernt hast. Oma, hatte deine Oma auch so schöne rote Haare? In Filmen erlebt das Interesse an alten Zeiten derzeit einen Boom. Tief in die Vergangenheit der eigenen Familie einzutauchen, ist jedoch noch weitaus faszinierender. Wie schön, wenn die Eltern und Großeltern Spaß daran haben, ihre Lebenserinnerungen aufzuschreiben oder Ahnenforschung zu betreiben. Es ist nun einmal interessant, wer mit wem verheiratet war, welche Kinder sie hatten, wo sie lebten und welche Berufe sie ausübten. Wir möchten dazu animieren, Familien- und Lebensgeschichten vor dem Vergessen zu bewahren. Vergangenes festzuhalten, hält geistig mobil – und ist für die Nachkommen zugleich Erbe und Geschenk.

Alte Fotos und Dokumente ©  Sinnlichtarts, stock.adobe.com
Alte Dokumente und Fotos: bei der Ahnenforschung von unschätzbarem Wert © Sinnlichtarts, stock.adobe.com
Tablet für Senioren. Tagebuch­aufzeichnungen erweisen sich natürlich als vorteilhaft. Sind sie nicht vorhanden, sollte vor dem Start alles Greifbare gesammelt werden: Fotos, Briefe, Urkunden, Reiseaufzeichnungen und Notizen von Gesprächen mit Verwandten, Freunden und Bekannten. Wie fürs kreative Schreiben ist ein Schreiblehrgang hilfreich. Anbieter sind auch hier die Volkshochschulen und Fernschulen.

Tipp: Gehören stadtbekannte Persönlichkeiten wie der Bürgermeister oder die Stadträtin, die Pastorin oder der Klinikchef zu ihrem Bekanntenkreis, könnte sich auch eine neue Aufgabe ergeben. Viele Prominente suchen Biografen, die ihre Erinnerungen für eine interessierte Leserschaft in Worte fassen.

Familiengeschichte erforschen

Dass Ahnenforschung spannender als ein Thriller sein kann, erzählen alle, die einmal damit begonnen haben. Manche sind regelrecht süchtig danach, immer neue Familienmitglieder vergangener Zeiten zu finden. Nach der Forschung in eigenen Unterlagen und Fotoalben stößt man jedoch schnell an die Grenzen des Vergessens. Vielleicht helfen entferntere Verwandte oder der Gemeindepfarrer noch weiter – aber dann ist meistens Schluss.

Die gute Nachricht: Es gibt Onlineportale, die bei der Suche unterstützen. Da diese die unterschiedlichsten Leistungen bieten, sollten Hobby-Genealogen sich zunächst einmal fragen: Möchte ich nur die direkten Vorfahren meiner Familie auflisten, die Linie des Vaters oder der Mutter historisch zurückverfolgen oder möglichst viele Familienmitglieder, womöglich weltweit, ausfindig machen? Dieses kurze In-sich-gehen kann letztendlich viel Zeit einsparen. Hier stellen wir die drei Forschungsgebiete der Genealogie näher vor und nennen die relevanten Anbieter:

Ahnenforschung und Stammbaumforschung

Die Ahnenforschung beschäftigt sich mit der Suche nach den direkten Vorfahren. Das Ergebnis ist eine Ahnenliste mit den jeweiligen Geburts-, Hochzeits- und Sterbedaten. Wenn gewünscht, können auch andere Familienzweige wie beispielsweise die der Geschwister ergänzt werden. Die Programme sind einfach zu handhaben und je nach Funktionsumfang kostenlos oder gegen eine Gebühr im Internet erhältlich.

Stammbaum mit Platzhaltern für Namen und Fotos © Charlie, stock.adobe.com
Stammbaum mit Platzhaltern für Namen und Fotos © Charlie, stock.adobe.com

Die Stammbaumforschung verfolgt eine Linie der Vorfahren zurück. Aufgrund des vererbten Familiennamens ist dies in der Regel die männliche Linie; am Beginn steht also immer der Vater einer Ausgangsperson. Die Nebenlinien der Geschwister werden zwar ebenfalls aufgenommen, zurückverfolgt wird jedoch immer nur die Stammlinie. Wie bei der Ahnenforschung enthält der Stammbaum die Lebens- und Ehebunddaten, zum Teil auch die Berufe. Die Programme ermöglichen eine grafische Darstellung, sodass der Stammbaum tatsächlich wie ein Baum ausschaut. Auch hier konkurrieren Gratissoftware und Bezahlsoftware.

Tipp: Gratisversionen sind ideal für den Einstieg. Wen das Ahnenfieber gepackt hat, der will oft aber mehr. Achten Sie daher vor der Wahl eines kostenlosen Genealogie-Programms auf die Konditionen der entsprechenden Kaufversion. Neben den Kosten betrifft dies auch die Kompatibilität. Entscheidend ist, dass bereits eingegebene Daten erhalten bleiben.

Eines der beliebtesten Genealogie-Programme ist Ahnenblatt. Die Vorversion mit eingeschränkten Funktionen ist immer kostenlos. Vor dem Kauf der Vollversion lassen sich in einer zeitlich unbefristeten Demoversion alle Funktionen ausprobieren (auf 50 Personen begrenzt). Besonderheiten: Plausibilitätsprüfung, Statistik der Geburtsnamen, Bilder- und Dateidownload aus dem Internet, stabiles Fotoarchiv. Vorteile von Ahnenblatt: Made in Germany (daher deutsch- statt englischsprachiger oder lediglich übersetzter Bedienoberfläche), einmalige Gebühr und häufige, oft kostenlose Updates. Die Lizenz kostet 39 Euro.

Beispiele für Softwares mit ähnlichen Funktionen: Ages! (etwas modernere Optik; 39,95 Euro), GRAMPS (Gemeinschaftsprojekt von Genealogen, open source), Family Tree Builder (Gratisprogramm von MyHeritage) und Family Tree Maker (englisch, kostenpflichtig).

Kennzeichnend für die Programme zur Stammbaum- und Ahnenforschung: Die Informationen müssen selbst gesammelt werden. Wenn das zu mühevoll erscheint: Professionelle Datenbanken erleichtern die Recherche. Sie sind charakteristisch für das dritte Forschungsgebiet der Genealogie.

Familienforschung

Familienforschung ist der umfangreichste Teilbereich der Genealogie. Die Anbieter halten riesige Datenbanken für die Recherche nach allen Vorfahren, deren Geschwistern sowie den Familien der Nebenlinien bereit. Zwei von ihnen sammeln seit Jahren Speichelproben, analysieren die DNA und gleichen sie mit den bereits gespeicherten Profilen ab. So bieten sie nicht nur die Möglichkeit, verstorbene Ahnen aufzufinden, sondern auch, mit lebenden Verwandten in Kontakt zu treten. Die meisten Mitglieder haben folgende Anbieter:

  • Ancestry ist mit ca. 24 Milliarden historischen Originaldokumenten (ca. 660 Millionen davon deutschsprachig) die unumstrittene Nr. 1 für die Familienforschung. Das US-Unternehmen bietet sowohl die klassische Stammbaumerstellung als auch die genetische Herkunftsbestimmung an. In den Datenbanken finden sich Geburts-, Sterbe- und Heiratsurkunden, Passagier-, Ein- und Auswanderungslisten, Kirchenbücher, Verlustlisten, Militärregister sowie historische Telefon- und Adressbücher. Den AncestryDNA®-Test haben bereits über 18 Millionen Menschen gemacht. Interessant vor allem, wenn verwandtschaftliche Beziehungen zu US-Amerikanern bestehen. Preise: ca. 10/23 Euro monatlich, 39/59 Euro halbjährlich (nur Deutschland/weltweit), DNA-Analyse 69 Euro plus Versand.
Hinweis: 2019 erhielt Ancestry aufgrund seiner Weitergabe der Gen-Daten an gewinnorientierte Unternehmen den Negativpreis „BigBrotherAward“. 2021 versichert das Unternehmen auf seiner Website, „keine Daten mit Arbeitgebern, Versicherern oder anderen Institutionen zu teilen und sie mit größter Sorgfalt gemäß EU-DSGVO zu behandeln“.
Die DNA-Genealogie ermittelt u.a. die regionale Herkunft der Vorfahren © Production Perig, stock.adobe.com
Die DNA-Genealogie ermittelt u.a. die regionale Herkunft der Vorfahren © Production Perig, stock.adobe.com
  • MyHeritage: Die Leistungen des israelischen Unternehmens sind vergleichbar. Die Anzahl der Aufzeichnungen wird mit 14 Milliarden angegeben, die der bereits erstellten Stammbäume mit 80 Millionen. Besonderheit: Eingefügte Fotos können nachkoloriert werden. Preise: je nach Leistungsumfang 59-159 Euro im 1. Jahr, danach 99-259 Euro p.a., DNA-Analyse 59 Euro plus Versand. Die Gratis-Version Family Tree Builder bietet keinen Zugriff auf den Datenpool, nur die oben beschriebene Stammbaumerstellung (begrenzt auf 250 Personen).
Tipp: Wenn Familienmitglieder im 1. oder 2. Weltkrieg verschollen oder verstorben sind, hilft die Gräbersuche des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. (www.volksbund.de) womöglich weiter. In der Datenbank sind die Namen aller deutschen Kriegstoten dokumentiert. Bisher sind es knapp 5 Millionen Einträge aus Friedhofsnamenbüchern, weitere 500.000 sollen noch folgen. Abgerufen werden können ausschließlich die Namen und die Lebensdaten der Kriegstoten und Vermissten, der Todes-/Erstgrablage- bzw. Vermisstenort und ggf. die Angaben zur aktuellen Grablage. Gratis und unterstützt vom Auswärtigen Amt.

Zwei kleinere Datenbanken mit ähnlichen Funktionen: Geneanet (Frankreich, auch deutschsprachig; kostenlose Grundfunktionen und Premium-Variante) und FamilySearch (Organisation der Mormonen, USA, die nur Kirchenmitgliedern den Zugriff erlaubt; kostenlos).

Tipp: Manche Volkshochschulen haben die Ahnenforschung in ihr Kursprogramm aufgenommen. Die Lehrgänge erleichtern den Einstieg und liefern interessante Ansätze. Senior*innen, die ihre Spurensuche lieber auf die klassische Art angehen, lernen hier viel über die Recherche in Archiven, alte Schriften und veraltete Ausdrucksweisen.
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